
(Patria) - In der voll besetzten Gebetshalle der Moschee „Bošnjak“ in Graz wurde heute nach dem Freitagsgebet das Totengebet für das Mädchen Hanna Akmadžić verrichtet, das bei einem schrecklichen Verbrechen in einer Schule in Graz Anfang dieser Woche tragisch ums Leben kam.
An dem Totengebet nahmen tausende Menschen teil – Angehörige der Islamischen Gemeinschaft aus ganz Österreich, Vertreter religiöser Gemeinschaften, lokale Behörden, Freunde, Nachbarn, Schulkameraden und zahlreiche Bürger, die gekommen waren, um ihre Solidarität und ihr Mitgefühl auszudrücken und der verstorbenen Hanna die letzte Ehre zu erweisen.
Das Freitagsgebet leitete der Mufti für Westeuropa, Senaid-ef. Kobilica, der eine Predigt voller tiefer Botschaften der Hoffnung, des Glaubens und des Aufrufs zum Frieden hielt. Nach dem Gebet empfing Mufti Kobilica die Familie Akmadžić, der er sein tiefstes Beileid aussprach. Im Namen des Reis-ul-Ulema der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, Dr. Husein-ef. Kavazović, übermittelte er Grüße sowie Worte des Trostes, der Kraft und der brüderlichen Unterstützung.
Vor dem Verrichten des Totengebets wandte sich der Imam der Gemeinde „Bošnjak“ Graz, hfz. Sabahudin-ef. Hašić, an die Anwesenden. Er ging auf die Werte der Gemeinschaft, der Geduld und der Hoffnung ein und dankte allen, die gekommen waren, um den Schmerz zu teilen und die Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen.
– Die kleine Hanna, ein Mädchen aus einer angesehenen und gottesfürchtigen Familie, deren Leben ein Beispiel für Rechtschaffenheit und vorbildliches Verhalten war, bleibt eine bleibende Erinnerung an die Heiligkeit und Unschätzbarkeit des menschlichen Lebens. Durch die Tötung einer so reinen, jungen Seele wurde das Fundament unserer gemeinsamen Menschlichkeit verletzt, denn Gewalt hat keinen Platz in Räumen, in denen Träume und Zukunft geboren werden – in Schulen, die sichere Zufluchtsorte des Lernens, des Heranwachsens und der Freundschaft sein müssen und bleiben müssen – sagte Mufti Kobilica.
Er rief zu gegenseitigem Vertrauen und Solidarität auf und betonte, dass wir nur so verhindern können, dass Hass und Spaltung die Stabilität der europäischen Gesellschaft gefährden.
Besonders hob er hervor, dass es in einer Zeit, in der viele junge Menschen mit Einsamkeit und Entfremdung konfrontiert sind, unsere Verantwortung sei, in ihrem Leben präsent zu sein und Brücken des generationenübergreifenden Verständnisses und der Fürsorge zu bauen.
– Das Büro des Muftis für Westeuropa und die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina als Ganzes stehen der trauernden Familie, aber auch der gesamten Gesellschaft als aufrichtig engagierte Partner beim Aufbau einer Gesellschaft des Friedens, des Vertrauens und der Sicherheit für alle, insbesondere für unsere Jugend, zur Verfügung – so Mufti Kobilica.
Nach ihm wandten sich mit emotionalen und würdevollen Reden an die Anwesenden: der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Österreich, Adis Čandić, der Abgesandte der Bürgermeisterin der Stadt Graz, Herr Horst Alic, und der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Österreichs, Mag. Ümit Vural.
Alle Redner betonten die Bedeutung der gegenseitigen Solidarität, des Kampfes gegen Gewalt und der Notwendigkeit, eine Gesellschaft aufzubauen, in der sich Kinder sicher, geliebt und beschützt fühlen können.
An dem Totengebet nahm auch eine Delegation der Botschaft von Bosnien und Herzegowina in Österreich unter der Leitung des stellvertretenden Botschafters Šaban Forić teil.
In Momenten tiefer Trauer hat sich gezeigt, wie viel Nähe, Unterstützung und aufrichtiges Mitgefühl bedeuten, besonders wenn Worte nicht mehr alles ausdrücken können, was wir in uns tragen.
Hannas früher Tod ist eine Wunde im Gewissen der Gesellschaft, aber auch ein Aufruf an uns alle, mehr zu tun – für Sicherheit, für Gerechtigkeit und für die Liebe unter den Menschen.
Den Angriff auf die Schule verurteilte auch Reis-ul-Ulema Husein-ef. Kavazović, der sein Mitgefühl mit den Familien der getöteten jungen Leben ausdrückte und die Beamten der Islamischen Gemeinschaft in Österreich aufrief, der gesamten Gesellschaft, insbesondere aber unseren Familien, deren Angehörige getötet wurden, von Nutzen zu sein.
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