Kanton Tuzla führt MFR-Bildungsmodell ein: Neue Chance für die Landwirtschaftsschule, Entwicklung des ländlichen Raums und Bleiben der Jugend

Patria
AutorPatria
06:27
Podijeli:
Kanton Tuzla führt MFR-Bildungsmodell ein: Neue Chance für die Landwirtschaftsschule, Entwicklung des ländlichen Raums und Bleiben der Jugend

(Patria) - In der Mješovita srednja škola Živinice fand ein Arbeitstreffen von Vertretern des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft des Kantons Tuzla, des Pädagogischen Instituts des Kantons Tuzla, der Schulleitung, der Professoren der Landwirtschaftsfachrichtung und Vertretern des MFR Živinice statt, mit dem Ziel, den praktischen Unterricht durch die Anwendung des MFR (Maison Familiale Rurale) Bildungsmodells zu verbessern.

Das Treffen stellt einen wichtigen Schritt zur Einführung des experimentellen Teils der praktischen Ausbildung für den Beruf Florist-Gärtner dar, basierend auf den Prinzipien der alternierenden Pädagogik, nach der das MFR-Modell in ganz Europa, insbesondere in Frankreich, bekannt ist.

Während des Treffens wurden Änderungen des Lehrplans für das Fach praktische Ausbildung im Rahmen der gesetzlich zulässigen Möglichkeiten vereinbart, sowie die Anpassung der Unterrichtsdurchführung, damit die Schüler einen wesentlichen Teil der praktischen Kenntnisse außerhalb der Schule erwerben, auf landwirtschaftlichen Betrieben, bei Handwerkern und anderen Wirtschaftssubjekten, die sich mit landwirtschaftlicher Produktion befassen.

Das MFR-Bildungsmodell basiert auf dem Prinzip der alternierenden Pädagogik, die Schule, Familie und Wirtschaft verbindet. Die Schüler verbringen einen Teil der Zeit in der Schule und einen Teil auf Familienbetrieben, Bauernhöfen, Genossenschaften und Unternehmen, wo sie durch praktische Arbeit Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die direkt im Alltag und auf dem Arbeitsmarkt anwendbar sind. Dieser Ansatz trägt zu einer qualitativ hochwertigeren Bildung, einer höheren Motivation der Schüler und einer besseren Vorbereitung auf das zukünftige Berufsleben bei.

Für Bosnien und Herzegowina hat dieses Modell eine besondere Bedeutung, da es weit mehr als eine Bildungsreform darstellt. Sein Ziel ist die Stärkung ländlicher Gemeinschaften, die Entwicklung familiärer landwirtschaftlicher Betriebe und die Schaffung von Bedingungen für das Bleiben junger Menschen auf dem Land. In einer Zeit, in der die Dörfer mit Entvölkerung konfrontiert sind und das Interesse an landwirtschaftlichen Berufen sinkt, bietet das MFR-Modell konkrete Lösungen durch die Verbindung von Bildung mit den tatsächlichen Bedürfnissen ländlicher Gebiete.

Das Porodični ruralni edukativni centar (PREC) Živinice, als Träger der Entwicklung des MFR-Konzepts in Bosnien und Herzegowina, entwickelt seit Jahren die Zusammenarbeit mit MFR-Schulen und -Organisationen in Frankreich und arbeitet an der Etablierung eines Systems, das jungen Menschen eine qualitativ hochwertigere Bildung und größere Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung ermöglicht.

Einen besonderen Wert erhält dieser Prozess durch die internationale Partnerschaft mit französischen MFR-Netzwerken, die Schülern und Lehrern Möglichkeiten für Erfahrungsaustausch, Studienreisen und Fachbesuche in Frankreich eröffnet. Durch den direkten Kontakt mit erfolgreichen Beispielen ländlicher Entwicklung, modernen landwirtschaftlichen Praktiken und europäischen Bildungsmodellen erwerben die Jugendlichen neue Kenntnisse, entwickeln fachliche, sprachliche und soziale Kompetenzen und erhöhen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig haben Lehrer und Bildungseinrichtungen die Gelegenheit, positive Erfahrungen zu übernehmen und sie im lokalen Umfeld anzuwenden.

Der Start dieses Pilotprojekts im Kanton Tuzla stellt einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung der Berufsbildung dar und eröffnet die Möglichkeit, dass Bosnien und Herzegowina ein bewährtes europäisches Modell übernimmt, das erfolgreich Bildung, Landwirtschaft, Wirtschaft und ländliche Entwicklung verbindet. Das langfristige Ziel ist die Schaffung von Bedingungen, damit junge Menschen ihre Zukunft genau in ihren lokalen Gemeinschaften sehen, indem sie die durch die Schulbildung und internationale Zusammenarbeit erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nutzen.

„Das MFR-Modell bringt nicht nur mehr praktischen Unterricht. Es öffnet unseren Jugendlichen die Türen nach Europa durch Schüleraustausch, Berufspraktika und Studienreisen nach Frankreich und schafft gleichzeitig Bedingungen, dass sie die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen für die Entwicklung ihrer Dörfer und lokalen Gemeinschaften nutzen. Wir wollen eine Bildung, die junge Menschen nicht für den Wegzug, sondern für das Bleiben und die Entwicklung ländlicher Gebiete Bosnien und Herzegowinas ausbildet".

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