
(Patria) - Die Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina hat ein Verfahren gegen den Direktor des Sekretariats des Hohen Justiz- und Staatsanwaltschaftsrats (VSTV), Admir Suljagić, eingeleitet, nachdem der Präsident dieser Justizinstitution dem Staatsanwaltschaft eine Information über Medienberichte zugesandt hat, in denen behauptet wird, Suljagić habe Verurteilten Vorteile verschafft und Einfluss auf die Ernennung von Richtern genommen.
Die Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina bestätigte gegenüber Detektor, dass sie ein Verfahren eingeleitet und es einem Staatsanwalt zur Prüfung der Behauptungen aus dem Schreiben des Ratspräsidenten zugewiesen hat.
Das Portal Istraga veröffentlichte Ende September Korrespondenz, die angeblich von Admir Suljagić mit einem der im Rahmen der Operation „Rudnik“ der Staatlichen Ermittlungs- und Schutzbehörde (SIPA) festgenommenen Personen verfasst wurde und aus der hervorgeht, dass Vorteile gewährt und Dienstleistungen für Personen erbracht wurden, die ihre Haftstrafe in Orašje verbüßten. Suljagić habe laut Istraga auch bei der Ernennung von Justizbeamten vermittelt.
In einem Gespräch mit Detektor bestätigte Lagumdžija, dass er die Informationen über die Veröffentlichungen des Portals Istraga der Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina übermittelt habe.
„Wenn es etwas gibt, ist meine These, dass die Institutionen des Systems dies prüfen und eine Antwort geben sollten. Immer wenn eine Information eingeht, auch wenn es einen Artikel in der Zeitung gibt, verfolgen sie das und es erreicht sie, und dann wird ein Verfahren eingeleitet. Das liegt jetzt an ihnen, ich habe meinen Teil getan“, sagte Lagumdžija.
Detektor konnte keinen Kommentar von Suljagić erhalten, am Telefon des Sekretariats des VSTV ging niemand ran.
Zuvor war Biljana Simeunović von ihrer Position als Vizepräsidentin des VSTV zurückgetreten und begründete dies mit Behinderungen durch den Direktor und das Sekretariat des Rates sowie mangelnder Kommunikation, die sie daran hinderte, die gesetzlich vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen.
„In Bezug auf das Sekretariat gab es sehr unangenehme Situationen. Meine Aufgabe ist das, wozu Sie mich ermächtigen, und das steht im Gesetz, aber es gab großen Widerstand. Ich möchte keine Verantwortung für etwas übernehmen, das ich nicht ausführen kann, ich kann das Sekretariat nicht beaufsichtigen, weil der Direktor dies nicht genehmigt“, sagte Simeunović damals kurz zur Begründung gegenüber den Ratsmitgliedern.
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