Trauriger Anblick: Eines der berühmtesten Hotels der Welt endgültig geschlossen

Patria
AutorPatria
13:27
Podijeli:
Trauriger Anblick: Eines der berühmtesten Hotels der Welt endgültig geschlossen

(Patria) - Auf einer der malerischen Serpentinen, die zum Furkapass, einem Alpenpass in der Südschweiz, hinaufführen, hat sich auf 2.300 Metern Höhe eines der einst bekanntesten Schweizer Hotels eingeklemmt - das Belvédère.

Dieses Hotel wurde oft auch Gletscherhotel genannt, da man von seiner Zufahrt buchstäblich auf den Rhonegletscher treten konnte.

Die Strasse über den Furkapass ist eine der bekanntesten und aufregendsten Schweizer Bergstrassen. Sie liegt nahe der schweizerisch-italienischen Grenze, etwa auf halbem Weg zwischen Mailand und Zürich.

Die Strasse und das Hotel hatten sogar eine Nebenrolle im James-Bond-Film "Goldfinger" von 1964, als der kultige Aston Martin DB5 und ein Ford Mustang dort "rasten", und eine der Kurven wurde als Erinnerung daran - James Bond Strasse - benannt.

Das Hotel Belvédère wurde 1882 von der Hoteliersfamilie Seiler erbaut, und reiche Gäste verbrachten dort ganze Sommer, sodass das Hotel bereits 1907 erweitert und seine Kapazität auf 90 Betten erhöht wurde.

Nirgendwo sonst auf der Welt konnte man einem Gletscher so nahe kommen und dazu noch in komfortablen Zimmern mit fantastischem Blick auf den Eisstrom übernachten, der sich tief ins Tal hinabzog.

Mit der Inbetriebnahme zweier Eisenbahnlinien - der Furka Oberalp und des Glacier Express - stieg auch die Zahl der Touristen, und nach dem Zweiten Weltkrieg konnten sich noch mehr Menschen ein Auto und damit auch einen Aufenthalt im Hotel Belvédère leisten.

Aber in den 1960er Jahren, und besonders nach 1970, begann die Zahl der Gäste zu sinken. Immer schnellere Autos konnten die einstige zwei- oder dreitägige Fahrt über den Furkapass in einem halben Tag bewältigen, sodass die Notwendigkeit für Übernachtungen abnahm.

Mit anderen Zeiten kamen auch andere Touristen, und bis vor kurzem waren das Hotelrestaurant und seine Terrasse mit dem unglaublichen Ausblick in der Saison ein sehr lebhafter Ort.

Das Hotel ist endgültig geschlossen, und dazu trug auch die eigentlich schreckliche Tatsache bei, dass es seine Hauptattraktion verloren hat.

Der 11.000 Jahre alte Rhonegletscher hat sich nämlich in den letzten hundert Jahren so weit zurückgezogen, dass er heute vom Hotel aus nicht mehr zu sehen ist.

Er hat sich um mehr als 1.300 Meter verkürzt, und sein Schicksal teilten auch andere Attraktionen des Furkapasses, vor allem die natürliche Eishöhle an der Gletscherzunge, die sich mit ihm aus dem Tal zurückgezogen hat.

Eine andere Höhle in der Nähe des Hotels Belvédère, die seit 1894 besteht, ist in einen der reinsten Teile des Rhonegletschers gehauen und erstreckt sich über etwa 100 Meter Länge, wobei sie das Sonnenlicht in ein bläuliches, fast überirdisches Erlebnis verwandelt.

Aufgrund der Bewegung des Gletschers muss die Höhle jedes Jahr neu ausgehoben werden, schreibt Punkufer.hr.

Mit dem sichtbaren Rückzug und Schmelzen des Gletschers wird die Instandhaltung immer schwieriger, und auch die Touristen zögern zunehmend, den Eintrittspreis zu bezahlen, aus Angst um ihre eigene Sicherheit.

Andererseits muss das Eis in der Höhle künstlich erhalten werden, was sichtbar ist, sodass das Erlebnis nicht mehr das ist, was es einmal war.

Das Belvédère wurde 2016 geschlossen und steht heute traurig in seiner Kurve, mit Brettern, die vor die Fenster genagelt sind, als ob es blinzeln würde.

Als eines der ersten Schweizer Opfer des Klimawandels erfreut es sich aufgrund seiner Fotogenität dennoch grosser Beliebtheit in der virtuellen Welt und ist ein unvermeidlicher Punkt zum Fotografieren auf dem Aufstieg zum Furkapass.

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