Tagesschau: Serbiens Präsident feiert sich selbst, Belgrads Zentrum gleicht einem Jahrmarkt

Patria
AutorPatria
08:32
Podijeli:
Tagesschau: Serbiens Präsident feiert sich selbst, Belgrads Zentrum gleicht einem Jahrmarkt

(Patria) - In Serbien hören die Proteste nicht auf - deshalb hat Präsident Aleksandar Vučić eine Großveranstaltung organisiert.

Vor rund 55.000 Menschen feierte er seine Regierung und seine Persönlichkeit, berichtete der deutsche Nachrichtensender Tagesschau.

„Das Zentrum Belgrads gleicht an diesem Wochenende einem Volksfest. Eine etwa einen Kilometer lange Straße ist gesperrt. Links und rechts der Straße stehen Stände unter weißen Zelten. Drei Bühnen sind aufgebaut.

Derzeit spielt noch Musik, und am Abend soll Serbiens Präsident Aleksandar Vučić auftreten“, schilderte der deutsche Fernsehsender am Samstag die Atmosphäre in Belgrad.

Der Sender erinnert daran, dass der serbische Präsident seit drei Jahren eine große Bewegung ankündigt, die sich nun inmitten der größten Krise, die er seit seinem Amtsantritt erlebt, forme.

„Tagelang hat er die Kundgebung in den Medien und auf seinen Social-Media-Kanälen beworben.

Auf dem Veranstaltungsgelände hängen Plakate mit der großen Aufschrift: ‚Wir geben Serbien nicht auf‘. Was genau das bedeutet, kann ein Vučić-Anhänger nicht erklären.

Der Präsident selbst formulierte es in einer pathetischen Fernsehansprache auf dem regierungsnahen Sender TV Pink so: ‚Ein Serbe gibt sein Land niemandem – und wird niemals zulassen, dass es zerstört wird.

Vielen Dank. Danke für all eure Liebe und Unterstützung‘“, berichtete Tagesschau.

Der Sender erinnert daran, dass Vučić denjenigen, die seit Monaten demonstrieren, vorgeworfen hat, sie stünden unter dem Einfluss ausländischer Mächte aus dem Ausland, ohne konkret zu werden.

„Im Interview mit Pink TV droht er ihnen indirekt mit Rache und ziemlich direkt mit Strafverfolgung: ‚Ihr werdet zur Rechenschaft gezogen werden‘.

Trotz seiner Ablehnung von Studenten erinnert Vučićs Volksfest an diesem Wochenende seltsamerweise an die Studentenproteste. Entlang der Straße stehen Traktoren, die die breite Unterstützung der Landbevölkerung zeigen sollen.

Frauen in Tracht verteilen Essen. Auch während der Studentenproteste tauchten oft Traktoren auf. Die Studenten, die auf dem Weg zu den Protesten oft Hunderte von Kilometern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, wurden regelmäßig von der Bevölkerung mit Essen versorgt“, bemerkte der deutsche TV-Sender eine ungewöhnliche Ähnlichkeit.

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