Welttag der Pressefreiheit: Stärkung der Informationsintegrität im digitalen Zeitalter in BiH

Patria
AutorPatria
12:06
Podijeli:
Welttag der Pressefreiheit: Stärkung der Informationsintegrität im digitalen Zeitalter in BiH

(Patria) - Anlässlich des Welttags der Pressefreiheit bekräftigen die Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina ihr starkes Engagement für Meinungsfreiheit sowie für unabhängige, pluralistische und professionelle Medien als Eckpfeiler der Demokratie, der Rechenschaftspflicht und des Schutzes der Menschenrechte.

Im Kontext schneller technologischer Veränderungen, wachsender Polarisierung und zunehmenden Drucks auf den öffentlichen Informationsraum bedeutet der Schutz der Pressefreiheit nicht nur die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten, sondern auch die Stärkung der Bedingungen für eine informierte öffentliche Debatte und demokratische Widerstandsfähigkeit.

Das diesjährige Thema des Welttags der Pressefreiheit, „Die Zukunft in Frieden gestalten“, unterstreicht die Bedeutung eines Informationsumfelds, das friedliche, inklusive und demokratische Gesellschaften unterstützt. Es hebt die Schlüsselrolle von Journalistinnen und Journalisten bei der Produktion verlässlicher Informationen, der Aufdeckung von Desinformation, der Einberufung zur Rechenschaftspflicht, der Bekämpfung von Hassreden und der Verhinderung von Narrativen hervor, die Spaltungen vertiefen.

In Bosnien und Herzegowina werden diese Herausforderungen zunehmend durch das digitale Informationsumfeld geprägt. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zur Verwaltung digitaler Plattformen und Online-Medien, veröffentlicht vom Südosteuropäischen Netzwerk zur Professionalisierung der Medien (SEENPM) mit Unterstützung der UNESCO, weist auf zunehmenden Druck auf die Pressefreiheit hin, der mit dem Einfluss digitaler Plattformen auf die Sichtbarkeit und Verbreitung von Nachrichten, der wirtschaftlichen Anfälligkeit unabhängiger, insbesondere kleinerer Medien sowie dem Einfluss von Algorithmen auf die Art und Weise zusammenhängt, wie Bürgerinnen und Bürger auf Informationen zugreifen und deren Richtigkeit vertrauen.

In diesem Zusammenhang trägt die 2023 mit Unterstützung der UNESCO eingerichtete Koalition für Meinungsfreiheit und Moderation von Inhalten in Bosnien und Herzegowina zur Stärkung koordinierter Reaktionen auf Hassreden, Spaltungen und Desinformation bei und fördert ein sichereres, verlässlicheres und verantwortungsvolleres Online-Umfeld.

Während Bosnien und Herzegowina sich in einem Wahljahr befindet, sehen sich Medienschaffende weiterhin Bedrohungen, Einschüchterungen, Online-Belästigungen und anderen Formen von Druck ausgesetzt, die ihre Arbeit und Unabhängigkeit beeinträchtigen. Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, ob physisch, verbal oder online, sind ein ernster Grund zur Besorgnis, insbesondere da sie allzu oft ungestraft bleiben. Der Mangel an systematischen Ermittlungen und Rechenschaftspflicht für diese Angriffe trägt zu Angst und Selbstzensur bei.

Die Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina fordern alle zuständigen Institutionen auf, ihre Bemühungen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten zu verstärken und eine rechtzeitige, systematische und wirksame Untersuchung und Verfolgung aller Angriffe auf sie zu gewährleisten. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen weiter gestärkt werden, um ein sichereres und freieres Arbeitsumfeld für Journalistinnen und Journalisten zu schaffen.

Die Verbesserung der Pressefreiheit in Bosnien und Herzegowina erfordert auch einen stärkeren Fokus auf den Zugang zur Verwaltung des digitalen Raums, der mehr Akteure einbezieht und auf Menschenrechten basiert. Dies umfasst die Förderung von Transparenz und Rechenschaftspflicht im digitalen Informationsraum, den Schutz der Meinungsfreiheit bei gleichzeitiger Bekämpfung schädlicher Online-Inhalte, die Unterstützung von Medien- und Informationskompetenz sowie die Gewährleistung, dass technologische Entwicklungen, einschließlich künstlicher Intelligenz, dem öffentlichen Interesse dienen und nicht Manipulation, Ausgrenzung oder Misstrauen vertiefen.

An diesem Tag würdigen wir das Engagement und die Widerstandsfähigkeit von Journalistinnen und Journalisten in Bosnien und Herzegowina. Gleichzeitig bekräftigen wir anlässlich des 60. Jahrestages des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte erneut unser Engagement für den Schutz der Meinungsfreiheit, die Stärkung der Informationsintegrität und die Förderung eines offenen, pluralistischen und auf Menschenrechten basierenden Informationsraums als Grundlage für Frieden, demokratische Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung.

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