
(Patria) - Der sarajewische Mufti Prof. Dr. Nedžad-ef. Grabus und der Mufti für Westeuropa Senad-ef. Kobilica nahmen an der Sitzung der Versammlung des Europäischen Muslimisch-Jüdischen Rates teil, die am 9. und 10. Februar in Straßburg stattfand.
In den Sitzungen wurden administrative, projektbezogene und aktuelle Fragen von Bedeutung für die Arbeit dieses Rates erörtert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Themen Islamophobie, Antisemitismus und den Wegen lag, wie jüdische und muslimische Organisationen in Europa auf Fragen der Diskriminierung, die zunehmende Herausforderung der Polarisierung in der Gesellschaft und die Einschränkung von Religionsrechten und -freiheiten reagieren.
Mufti Kobilica betonte in seinem Vortrag besonders die Bedeutung der Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Kontakts auch auf lokaler Ebene und in Situationen, in denen die Gesprächspartner nicht in allen Fragen einer Meinung sind.
Er nannte das Beispiel Norwegens, wo durch verschiedene Programme der Kontakt auch in schwierigen Zeiten und Krisensituationen bewahrt wurde.
Mufti Grabus sprach über die Bedeutung einer klaren Differenzierung bei der Vertretung von Religionsrechten, der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung unterschiedlicher Ausdrucksformen von Religiosität sowie über das Problem des Populismus und die Auswirkungen, die geopolitische Veränderungen auf der globalen Bühne auch auf Fragen der Islamophobie und des Antisemitismus haben.
Bei dieser Gelegenheit überreichte Mufti Grabus dem Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt ein Exemplar der Sarajevo-Haggada als Zeichen des gemeinsamen jüdisch-muslimischen Erbes in Europa.

In Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin von Straßburg, Frau Jeanne Barseghian, und dem stellvertretenden Generalsekretär des Europarats, Herrn Bjørn Berge, organisierte der Europäische Muslimisch-Jüdische Rat am 10. Februar 2026 auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gemeinsame Verantwortung: Lokale Behörden und religiöse Führung im Kampf gegen Hassreden in Europa“.
Mufti Grabus stellte auf diesem Podium das Problem der Hassreden dar, die sich durch politisches Handeln, die Leugnung des in Srebrenica begangenen Völkermords und das zunehmende Problem der Islamophobie manifestieren.
Er betonte, dass besonders gefährdete Minderheitengruppen und die autochthone muslimische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, die einen Völkermord überlebt hat, verletzlich seien, und unterstrich die Bedeutung des ständigen Kampfes gegen Islamophobie und Antisemitismus als gemeinsame Verpflichtung der Islamischen Gemeinschaft und der Jüdischen Gemeinschaft in Europa.
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