
(Patria) - Das Repräsentantenhaus der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina soll heute in zweiter Lesung den Gesetzesentwurf zum Hohen Justiz- und Staatsanwaltschaftsrat von Bosnien und Herzegowina beraten, dessen Initiatoren die Abgeordneten Darko Babalj, Branislav Borenović, Mira Pekić, Nenad Grković und Mladen Bosić sind.
Die Verabschiedung des Gesetzes über den Hohen Justiz- und Staatsanwaltschaftsrat ist eine der Voraussetzungen für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Bosnien und Herzegowinas mit der Europäischen Union.
Das Repräsentantenhaus hatte am 22. Dezember im verkürzten Verfahren in erster Lesung (Grundsätze) diesen Gesetzesentwurf angenommen und die Verfassungs- und Rechtskommission beauftragt, innerhalb von 30 Tagen eine öffentliche Anhörung zum Gesetzesentwurf über den Hohen Justiz- und Staatsanwaltschaftsrat durchzuführen.
Während der öffentlichen Anhörung, an der Abgeordnete und Delegierte des Parlaments von Bosnien und Herzegowina, Vertreter des Ministerrats von Bosnien und Herzegowina, der Justizbehörden, der Fach- und Wissenschaftsgemeinschaft sowie internationaler Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft teilnahmen, fand eine umfassende Diskussion statt, in der unterschiedliche Standpunkte, Meinungen und Vorschläge zu dem vorgeschlagenen Gesetzesentwurf vorgebracht wurden.
Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit, Verantwortlichkeit und Transparenz der Justizbehörden zu stärken sowie die nationale Gesetzgebung an europäische Standards anzupassen. Besonders eingegangen wurde auf Fragen der Zusammensetzung und Zuständigkeit des Hohen Justiz- und Staatsanwaltschaftsrats von Bosnien und Herzegowina, der Art der Wahl seiner Mitglieder, der ethnischen Vertretung sowie der Mechanismen der disziplinarischen Verantwortlichkeit.
Vor den Abgeordneten sollen sich noch mehrere Gesetzesentwürfe sowie die Reformagenda befinden, deren Einreicher der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina ist.
Auf der Tagesordnung steht auch der Gesetzesentwurf zur Änderung des Gesetzes über die Finanzierung der Institutionen von Bosnien und Herzegowina, dessen Initiator Marinko Čavara in erster Lesung ist, und es geht darum, die Auszahlung von Gehältern in bar zu ermöglichen, wenn dies nicht auf ein Transaktionskonto möglich ist. Čavara steht unter US-Sanktionen, und seine Bank hatte ihm 2024 das Konto gekündigt, woraufhin er als Staatsvertreter kein Gehalt mehr erhielt.
Vorgesehen ist auch die Beratung mehrerer Berichte, und einer der vorgesehenen Tagesordnungspunkte ist die Abberufung von Valentina Rupčić aus dem Amt des Mitglieds des Verwaltungsrats des Rundfunks von Bosnien und Herzegowina, nachdem sie ihren Rücktritt eingereicht hat.
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