
(Patria) - Als der Plan, die Sitzung des Hauses der Völker des Parlaments der Föderation BiH, in der Richter des Verfassungsgerichts der Föderation BiH gewählt werden sollten, Ende Januar bis spät in die Nacht fortzusetzen, vereitelt wurde, steht nun auf der Tagesordnung der neuen 18. Sitzung, die am 22. April stattfinden soll, auch der Punkt der Wahl von Richtern des Verfassungsgerichts der Föderation BiH.
Für die Ernennung von Richtern ist die Bestätigung der Mehrheit der anwesenden und abstimmenden Delegierten des Hauses der Völker des Parlaments der Föderation erforderlich, und die Absicht derjenigen, die an jenem letzten Januartag das Verfassungsgericht der Föderation BiH besetzen wollten, war klar, wogegen sich die Opposition heftig widersetzte. Die Mandate von Mirjana Čučković (aus der Reihe der Serben) und Kata Senjak (aus der Reihe der Kroaten) sind abgelaufen. Im Verfassungsgericht der Föderation BiH verbleiben Aleksandra Martinović (aus der Reihe der Übrigen), Vesna Budimir, Edin Muminović, Ajša Softić, Mirko Milićević, Branimir Orašanin, Alen Taletović.
Das Verfassungsgericht der Föderation besteht aus neun Richtern, von denen mindestens zwei aus jeder der drei konstituierenden Völker und einer aus der Reihe der Übrigen stammen. Diese Struktur wurde durch den Zusatz XLVIII zur Verfassung der Föderation vom April 2002 festgelegt, wodurch auch in dieser Institution die Vertretung aller drei konstituierenden Völker gemäß der bekannten Entscheidung des Verfassungsgerichts von BiH über die Konstitutionalität der Völker vom Juli 2000 sichergestellt wurde.
Die Präsidentin der Föderation BiH, Lidija Bradara, hat dem Haus der Völker zwei Kandidatenlisten für Richter vorgelegt. Auf einer schlug sie vor, Slaviša Bjelogrlić zum Richter aus der Reihe des serbischen Volkes zu ernennen. Da sie keine Zustimmung der Vizepräsidenten der Föderation BiH erhielt, legte sie eine Kandidatenliste vor, auf der neben Bjelogrlić auch Damir Šapina, Anja Pavelka-Vuleta, Adis Abdić, Tanja Hadžagić, Smajo Šabić und Ognjen Gašović stehen. Bei dieser Liste ist klar, dass ein Richter aus der Reihe des serbischen Volkes gewählt werden muss.
Bei der zweiten Liste ist die Zugehörigkeit zu den konstituierenden Völkern jedoch nicht relevant. Trotz der Tatsache, dass sich Richterin Kata Senjak als Kroatin deklariert, muss an ihrer Stelle kein Richter aus der Reihe des kroatischen Volkes gewählt werden, da auch mit ihrem Renteneintritt zwei Richter aus der Reihe des kroatischen Volkes im Gericht verbleiben, also so viele, wie die Verfassung der Föderation vorsieht. Auf dieser Liste, die zwei Jahre alt ist, steht Monika Mijić, amtierende Agentin von BiH vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, für deren Wahl sich die HDZ BiH einsetzt.
Da Bradara auch für diese Liste keine Zustimmung der Vizepräsidenten der Föderation BiH erhielt, legte sie dem Haus eine Liste vor, auf der Jasminka Džumhur an erster Stelle steht. Hinter ihr steht Mijić, gefolgt von Senad Osmić, Boris Barun, Tanja Hadžagić, Izmir Hadžiavdić, Željko Škarica und Samir Zuparević.
Auf derselben Sitzung sollen die Delegierten zunächst den Gesetzesentwurf über Änderungen und Ergänzungen des Beitragsgesetzes – beschleunigtes Verfahren, das das Repräsentantenhaus bereits verabschiedet hat, prüfen. Geplant ist, dass die Änderungen dieses Gesetzes, die die Beitragssätze auf Gehälter senken, am 1. Juli 2025 in Kraft treten.
Auf der Tagesordnung stehen auch der Entwurf des Gesetzes über die Tätigkeit von Psychologen in der Föderation Bosnien und Herzegowina sowie die Entscheidung über die Zuweisung von Mitteln in den Solidaritätsfonds der Föderation Bosnien und Herzegowina für das Jahr 2025.
Was die Ernennungen betrifft, so sollen die Delegierten neben den Richtern des Verfassungsgerichts der Föderation BiH auch über die Ernennung von Mitgliedern des Unabhängigen Ausschusses und die Ernennung von Mitgliedern des Verwaltungsrats des Radio- und Fernsehsenders der Föderation Bosnien und Herzegowina entscheiden.
Obwohl diese Ernennungen (UA, VA RTV FBiH) im Repräsentantenhaus des Parlaments der Föderation BiH genehmigt wurden, wird eine hitzige Debatte erwartet, da Zoran Krešić, dessen Ansichten längst nicht mehr im Bereich journalistischer, sondern politisch-HDZ-orientierter Tätigkeit liegen und der für diese Position belohnt wurde, für den Verwaltungsrat des RTV FBiH vorgeschlagen wurde.
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