
Schreibt: Amina Čorbo-Zećo
Der Hohe Repräsentant Christian Schmidt setzt eine Praxis fort, die in der heimischen Öffentlichkeit seit langem Spott und Empörung hervorruft. Er verhält sich, als sei er der Außenminister von Bosnien und Herzegowina.
Das jüngste Beispiel kommt aus Berlin, wo er sich mit dem deutschen Diplomatiechef Johann Wadephul traf und über die „Herausforderungen und Chancen von BiH auf dem europäischen Weg“ sprach und die politische Situation als „unbefriedigend“ einstufte.
Um die Absurdität zu steigern, während Schmidt in Berlin Erklärungen zur europäischen Perspektive von BiH abgibt, arbeiten die wichtigsten Institutionen im Land selbst nicht. Besonders besorgniserregend ist der Schritt des Finanz- und Schatzministers von BiH, Srđan Amidžić, der die Bereitstellung von Mitteln für die Abhaltung vorgezogener Wahlen in der Republika Srpska behindert. Auch der stellvertretende Minister Muhamed Hasanović kommt nicht zurecht, aber darüber schweigt Schmidt natürlich.
Wenn ihm die Rechtsstaatlichkeit am Herzen liegt, wie er behauptet, wäre der logische Schritt, seine Bonnsche Befugnisse einzusetzen und die finanzielle Blockade des Wahlprozesses zu verhindern.
Stattdessen verschwendet Schmidt seine Energie mit Treffen im Ausland und Erklärungen, die klingen, als kämen sie aus dem Büro des Außenministers von BiH, einer Funktion, die ohnehin existiert und gesetzlich geregelt ist.
Das OHR ist längst zu einem politischen Schirm geworden, hinter dem Schmidt sein eigenes internationales Image aufbaut, während die Kernprobleme in BiH ungelöst bleiben.
Bosnien und Herzegowina braucht keinen weiteren „Außenminister“ auf dem Papier, sondern einen autoritativen Hohen Repräsentanten, der handelt, wenn die demokratische Ordnung und der Wahlprozess direkt bedroht sind.
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