Salkić warnt vor Palantir-Software: Bosnien und Herzegowina nicht geschützt, könnte zum Testfeld für digitale Spionage werden

Patria
AutorPatria
13:03
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Salkić warnt vor Palantir-Software: Bosnien und Herzegowina nicht geschützt, könnte zum Testfeld für digitale Spionage werden

(Patria) - Bosnien und Herzegowina verfügt nicht über angemessene Schutzmechanismen gegen die Einführung ausländischer Überwachungssoftware, was laut der Warnung von Hadžib Salkić, Experte für digitale Forensik und Sachverständiger für digitale Beweismittel, zu politischen Missbräuchen, geheimer Bürgerüberwachung und der Gefährdung der digitalen Souveränität des Staates führen könnte.

Salkić erklärte, dass die Software des US-Unternehmens Palantir, die künstliche Intelligenz zur Verknüpfung persönlicher, kommunikativer und verhaltensbezogener Daten von Bürgern nutzt, bereits in mehreren deutschen Bundesländern eingesetzt wird und Verfassungsbeschwerden und Proteste von Datenschützern ausgelöst hat.

Wie er weiter warnte, stellt ihre Fähigkeit, „in wenigen Sekunden ein digitales Profil einer Person ohne deren Wissen zu erstellen“, ein ernstes Risiko für die Menschenrechte und die demokratische Kontrolle dar.

Er betonte, dass die Erfahrungen aus Deutschland eine „Lektion für Bosnien und Herzegowina“ sein sollten, da das Land keine Mechanismen habe, die die Einführung solcher Systeme ohne öffentliche Debatte und institutionelle Aufsicht verhindern würden.

Risiken für Bosnien und Herzegowina: Politische und ethnische Missbräuche

„Aufgrund der komplexen Struktur der Sicherheits- und Informationssysteme in Bosnien und Herzegowina besteht die reale Befürchtung, dass ähnliche Werkzeuge für die rechtswidrige Überwachung von Bürgern missbraucht werden könnten, einschließlich politisch, ethnisch oder finanziell motivierter Missbräuche“, betonte Salkić.

Er fügte hinzu, dass Bosnien und Herzegowina keinen angemessenen Schutz vor dem Import hochentwickelter Überwachungswerkzeuge habe, die durch „ausländische Spenden, Projekte oder intransparente Beschaffungen“ eingeführt werden könnten, wodurch neben der Privatsphäre auch die digitale Souveränität des Staates gefährdet würde.

Salkić schlägt drei Schlüsselmaßnahmen vor:

Verabschiedung eines Gesetzes, das die Verwendung ausländischer Überwachungssoftware ohne parlamentarische Aufsicht verbietet, Stärkung der Agentur zum Schutz personenbezogener Daten von Bosnien und Herzegowina als unabhängige Regulierungsbehörde, Entwicklung heimischer oder europäischer Softwarelösungen unter voller staatlicher Kontrolle.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, kann Bosnien und Herzegowina zum Testfeld für ausländische Überwachungssysteme werden. Die digitale Sicherheit der Bürger ist eine Frage der Souveränität, nicht nur der Technologie“, so Salkić unter anderem.

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