
Der Parlament der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina hat eine Fatwa erlassen, die die Opfer des Völkermords in Srebrenica zu Schahiden erklärt, berichtet die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria. Mit der Fatwa wird auch der Rijaset beauftragt, in Übereinstimmung mit der islamischen Tradition der Bosniaken Programme zu gewährleisten, die das Gedenken an die Schahiden, die Opfer des Völkermords und der Kriegsverbrechen dauerhaft bewahren.
Der Parlament verabschiedete auf seiner heutigen Sitzung in Sarajevo auch die Erklärung zum Völkermord an den Bosniaken in Srebrenica, der zufolge der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina und die Regierungen der Entitäten das Programm „Nein zum Völkermord“ erstellen sollen, das innerhalb von 15 Jahren alle notwendigen Bedingungen für die Beseitigung der Folgen des Völkermords an den Bosniaken im Gebiet von Srebrenica, Zvornik, Vlasenica, Bratunac, Milići und Žepa sowie die Rückkehr zum demografischen Stand gemäß der Volkszählung von 1991 sicherstellen soll.
Gemäß derselben Erklärung erwartet der Parlament, dass Serbien, Montenegro, die Niederlande, die Vereinten Nationen, Bosnien und Herzegowina und alle anderen den Wunsch äußern, Spender für die Einrichtung eines internationalen Fonds zur Beseitigung der Folgen des Völkermords in Srebrenica in Höhe von einer Milliarde Euro zu sein, der in den nächsten fünf Jahren gesammelt und für das Projekt „Nein zum Völkermord“ verwendet werden soll.
Der Parlament rief die Parlamentarische Versammlung von Bosnien und Herzegowina, die Nationalversammlung der Republika Srpska und das Föderationsparlament dazu auf, jedes Jahr am 11. Juli Gedenksitzungen abzuhalten, die von allen drei öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen werden.
Der Parlament fordert, dass der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina ein Gesetz zum Verbot der Leugnung des Völkermords an den Bosniaken in Srebrenica erlässt und ein dauerhaftes Verbot der offiziellen Verwendung von Kennzeichen, Flaggen, Emblemen und Symbolen, die von der Armee der Republika Srpska als Täter des Völkermords an den Bosniaken in Srebrenica verwendet wurden, für das gesamte Hoheitsgebiet von Bosnien und Herzegowina verhängt.
Den zuständigen Institutionen von Bosnien und Herzegowina und der internationalen Gemeinschaft schlägt der Parlament die Bildung des Distrikts Srebrenica auf dem Gebiet der Gemeinden Srebrenica, Zvornik, Vlasenica, Bratunac, Rogatica, Žepa und Milići vor, in denen hauptsächlich die Opfer des Völkermords an den Bosniaken lebten, da die Behörden der Republika Srpska in den letzten 20 Jahren nicht in der Lage waren, gleiche Rechte und Standards für alle Bürger, insbesondere für die Bosniaken, zu gewährleisten.
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