
(Patria) - Die Mitglieder der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Änderung des Wahlgesetzes von Bosnien und Herzegowina der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina werden morgen (Donnerstag, 27. Januar 2022) mit der Direktorin für den Westbalkan, die Türkei und Großbritannien beim Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) Angelina Eichhorst und dem Sondergesandten der USA für die Wahlreform Matthew Palmer sprechen.
Aus dem Parlament von Bosnien und Herzegowina sind zwei Ankündigungen für dieses Ereignis eingegangen, die zweite mit einer fettgedruckten Mitteilung, in der es heißt, dass das für morgen angekündigte Treffen in der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina nicht für die Anwesenheit der Medien geöffnet ist.
Die Absicht der als Schlüsselakteure bezeichneten Verhandlungsteilnehmer und die Flucht vor der Öffentlichkeit sind völlig klar, was sich auch darin zeigt, dass internationale Beamte zu Verhandlungen nach Neum reisen, weit weg von den Institutionen Bosnien und Herzegowinas.
Aber die Vermeidung der Medien ist auch in Sarajevo für die hiesige Öffentlichkeit keine Neuigkeit. Zunehmend spürbar ist auch der Druck auf die SDP und die DF, die seit letztem Monat bei ihren ursprünglichen Positionen geblieben sind, dass sie nicht verhandeln werden, solange die separatistische Politik von Milorad Dodik nicht gestoppt wird und solange die Arbeit der Institutionen Bosnien und Herzegowinas nicht entblockiert wird.
Derzeit ist es problematisch, dass die Gespräche aus Sarajevo und weit weg von den offiziellen Institutionen verlegt werden, in erster Linie von der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina, wo jede Vereinbarung durch eine Abstimmung im Parlament von Bosnien und Herzegowina formalisiert werden müsste. Für Änderungen des Wahlgesetzes reicht eine einfache Mehrheit, für Änderungen der Verfassung von Bosnien und Herzegowina ist jedoch eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten erforderlich.
Im vorliegenden Fall, in dem über das Wahlgesetz von Bosnien und Herzegowina und die Verfassung von Bosnien und Herzegowina verhandelt wird, die alle Bürger von Bosnien und Herzegowina betreffen, gibt es keinen einzigen Grund, die Gespräche geheim und in privaten Hotels abseits der offiziellen Institutionen zu führen. Dessen sollten sich alle Vorsitzenden der Parlamentsparteien bewusst sein, die für ihr Handeln letztendlich den Bürgern von Bosnien und Herzegowina Rechenschaft ablegen müssen.
Ausreden, dass man dem Druck der Medien, der Öffentlichkeit oder irgendeiner anderen Art von Druck entflieht, können keine Rechtfertigung für eine solche Forderung der Ausländer sein. Die Rechnung für alle eventuellen Entscheidungen, die zum Nachteil des Staates gehen könnten, werden diejenigen bezahlen, die auf diese Art von Gesprächen oder eventuelle Vereinbarungen zum Nachteil von Bosnien und Herzegowina eingehen.
Bei allem Respekt vor dem guten Willen der internationalen Vermittler erschwert die Herbeiführung einer Situation, in der die Parteivorsitzenden zwischen der Seite der Bürger oder möglicherweise ihrer eigenen wählen müssen, die Lage in Bosnien und Herzegowina zusätzlich, in der die Situation weiterhin äußerst schwierig ist!
(A. Čorbo-Zećo)
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