
(Patria) - Tausende Kameras in Bosnien und Herzegowina befinden sich auf Straßen, Kreuzungen, in Unternehmen, Gebäuden und Privathäusern. Einige davon können aufgrund schlechten oder fehlenden Schutzes im Internet exponiert sein. Es stellt sich die Frage, wie sicher Videoüberwachungssysteme wirklich sind und wer Zugriff auf die Aufnahmen von Bürgern hat.
Mithilfe sogenannter OSINT-Tools ist es möglich, mit dem Internet verbundene Geräte zu finden, darunter auch IP-Kameras. Experten betonen, dass die Tools selbst nicht illegal sind und auch zur Überprüfung der Systemsicherheit verwendet werden. Das Problem entsteht, wenn die Geräte nicht ausreichend geschützt sind, berichtet BHRT.
„Mit solchen Tools ist es möglich festzustellen, dass es in BiH sichtbare Geräte gibt, die zur Kategorie der IP-Kameras gehören. Die bloße Tatsache, dass etwas im Internet sichtbar ist, bedeutet nicht, dass es für jeden zugänglich oder ungeschützt ist", erklärt IT-Experte Haris Hamidović.
Bürger sind der Meinung, dass Videoüberwachung zur Sicherheit beiträgt, warnen aber, dass heute nichts völlig sicher ist.
Die meisten Systemeinbrüche sind nicht das Ergebnis ausgeklügelter Hackerangriffe, sondern das Fehlen grundlegender Schutzmaßnahmen. Das häufigste Problem sind Standardpasswörter, die nie geändert wurden, veraltete Systeme und nicht installierte Sicherheitsupdates.
„Wenn der Hersteller ein Sicherheitsupdate veröffentlicht, muss es rechtzeitig implementiert werden, um die Möglichkeit eines unbefugten Systemzugriffs zu reduzieren", rät Hamidović.
Neben der Sicherheit stellt sich auch die Frage des Datenschutzes. Videoüberwachung beinhaltet die Verarbeitung von Daten, und für ihre Nutzung muss eine rechtliche Grundlage bestehen. Strafen für Versäumnisse können millionenschwer sein. Laut Gesetz ist die Verarbeitung personenbezogener Daten mittels Videoüberwachung nur zulässig, wenn dies zur Abwehr von Gefahren für die Sicherheit der Strafverfolgungsorgane oder zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit erforderlich ist und die Interessen der betroffenen Personen, deren Daten verarbeitet werden, nicht überwiegen. Das Innenministerium des Kantons Zenica-Doboj gibt an, dass die von der Polizei genutzten Systeme sicher und für den externen Zugriff geschlossen sind. Im Gebiet von Zenica sind derzeit rund 120 Kameras an wichtigen Standorten in der Stadt im Einsatz.
„Moderne Sicherheitssysteme verhindern unbefugten Zugriff, erkennen jedes mögliche Problem im System und ermöglichen eine sofortige Reaktion", sagt Lejla Ekinović, Sprecherin des MUP ZDK.
Daher kann Technologie die Sicherheit der Bürger erhöhen, aber nur, wenn sie selbst ausreichend geschützt ist. Deshalb ist es vor der Installation einer Videoüberwachung notwendig, einen angemessenen Schutz des Systems zu gewährleisten.
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