Regionale Plattform: Cyberangriffe auf die Agentur Patria und das Portal N1 dringend untersuchen

Patria
AutorPatria
16:40
Podijeli:
Regionale Plattform: Cyberangriffe auf die Agentur Patria und das Portal N1 dringend untersuchen

Die regionale Plattform des Westbalkans für die Förderung von Medienfreiheit und Sicherheit von Journalisten, die mehr als 8.000 Mitglieder vertritt, verurteilt aufs Schärfste die Hackerangriffe auf die Nachrichtenagentur Patria (NAP) aus Bosnien und Herzegowina und das Webportal des Fernsehsenders N1 aus Serbien.

Die Nachrichtenagentur Patria (NAP) war in den vergangenen Tagen starken Hackerangriffen ausgesetzt, wodurch der normale Betrieb des Webportals und die Arbeit der Redaktion behindert wurden. Aus diesem Medienhaus wird betont, dass dies nicht das erste Mal sei, dass sie ins Visier von Hackern geraten seien, und es wird der Verdacht geäußert, dass es sich um politisch motivierte Angriffe handele.

Nach den Worten der Generalsekretärin des Verbandes BH-Journalisten, Borka Rudić, sind Hackerangriffe auf Medien weitgehend eine Folge anderer Formen von Angriffen auf Journalisten und Redaktionen, die meist nicht angemessen sanktioniert werden.

„Hackerangriffe werden meist als technische Bedrohung für die Arbeit der Medien betrachtet, aber das ist nicht nur eine technische Bedrohung, sondern auch eine berufliche. Die Beauftragung von Hackern ist inzwischen zu einer Methode geworden, mit der versucht wird, bestimmte Medien zum Schweigen zu bringen, damit sie keine Informationen veröffentlichen, die den Machthabern nicht genehm sind. Deshalb müssen wir uns sehr ernsthaft mit diesem Problem befassen“, betonte Rudić.

Das Portal N1 war im Zeitraum vom 28. bis 30. Januar dreimal Ziel von Cyberangriffen, weshalb mehrere Stunden lang kein Zugriff auf die Nachrichten auf der Website und in der App möglich war. Der erste DDoS-Angriff, der mehrere Stunden dauerte, erfolgte aus China und wurde im Laufe des Tages noch einmal wiederholt. Angriffe mit großer Intensität setzten sich in den folgenden zwei Tagen mehrfach fort, und zwar von mehreren tausend Computern aus, mit dem Ziel, den Webserver, das Netzwerk oder einen anderen Teil der Infrastruktur des Portals N1 zu überlasten, um so den Zugang für die Nutzer zu verhindern. Es gibt noch keine Informationen über die Täter und die Motive der durchgeführten Angriffe.

„Tatsache ist, dass die Cyberangriffe auf N1 zu einem Zeitpunkt stattfanden, als dieses Medium die Kampagne #DaSeVidiN1 als Reaktion auf den Rechtsstreit startete, der zur Abschaltung dieses TV-Senders führte, was etwa eine Million Bürger traf“, sagte Željko Bodrožić, Vorsitzender des NUNS, und betonte, dass besonders die Tatsache beunruhige, dass zur gleichen Zeit Premierministerin Ana Brnabić den TV-Sender N1 als „politische Partei“ bezeichnet habe.

„Wir erwarten von der Staatsanwaltschaft für Hightech-Kriminalität der Republik Serbien, dass sie reagiert und diesen Fall so schnell wie möglich aufklärt“, fügte Bodrožić hinzu.

Die regionale Plattform fordert von den zuständigen Polizeibehörden in BiH und Serbien eine dringende und schnelle Untersuchung der Cyberangriffe auf die Nachrichtenagentur Patria und den Fernsehsender N1 sowie die Information der Öffentlichkeit über die Maßnahmen, die sie zum Schutz der Medienfreiheit und ihrer sicheren Arbeit ergreifen werden.

Skopje – Belgrad – Podgorica – Priština – Sarajevo – Zagreb, 06.02.2020.

Verband der Journalisten von Bosnien und Herzegowina

Mediengewerkschaft Montenegros

Kroatischer Journalistenverband

Journalistenverband des Kosovo

Journalistenverband Mazedoniens

Unabhängiger Journalistenverband Serbiens

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