
(Patria) - Innerhalb der Partei des Demokratischen Fortschritts (PDP) werden die Anzeichen einer ernsthaften Spaltung zwischen dem Parteivorsitzenden Draško Stanivuković und seinem Stellvertreter Igor Crnadak immer deutlicher, was zu einer weiteren Spaltung der Opposition in der Republika Srpska führen könnte.
Anlass für die jüngste Eskalation des Konflikts war die Ausschreibung für den Austausch der öffentlichen Beleuchtung in Banja Luka im Wert von 35 Millionen Mark, die Crnadak öffentlich in Frage gestellt hat. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook wies Crnadak auf, wie er sagte, „viele seltsame Merkmale“ dieses Projekts hin und forderte dessen vollständige Offenlegung und eine Überprüfung der Durchführungsmethode.
Stanivuković reagierte scharf und bezeichnete Crnadaks Äußerung als „unprofessionell und unkollegial“ und erklärte, dass „in der Partei klar sein muss, wer der Präsident ist“. Er betonte, dass die Partei nicht als „verstimmtes Orchester“ funktionieren könne, in dem jeder öffentlich alle Themen kommentiert.
Nebojša Vukanović, Vorsitzender der Liste „Für Gerechtigkeit und Ordnung“, reagierte ebenfalls scharf auf Stanivuković und warnte ebenfalls vor potenzieller Korruption im Zusammenhang mit der Ausschreibung und behauptete, heimische Unternehmen seien durch die unrealistische Bedingung eines Einkommens von über 60 Millionen Mark eliminiert worden. „Ich hoffe, dass die Ausschreibung aufgehoben wird und Stanivuković endlich Rechenschaft vor dem Volk ablegt“, sagte Vukanović.
Die Politikwissenschaftlerin Tanja Topić sagt gegenüber BHRT, dass der PDP-Vorsitzende zunehmend autoritäre Tendenzen und eine „totalitäre Denkweise mit Anklängen an bolschewistische Logik“ zeige. Sie warnt, dass der Konflikt zu einer ernsthaften Abwanderung innerhalb der Partei führen könnte.
„Crnadak ist sicherlich keine Person, die sich leicht in die Vision des jungen Anführers einfügen wird“, schloss sie.
Zusätzliche Spannungen zwischen den beiden hochrangigen Funktionären reichen bis zu den letzten Kommunalwahlen zurück, als Crnadak Stanivukovićs Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Banja Luka öffentlich bestritt und ihn damals als „Dodiks Kandidaten“ bezeichnete, was in Oppositionskreisen als schwerste Beleidigung galt. Obwohl erwartet wurde, dass er die Partei damals verlassen würde, blieb Crnadak in der PDP – zumindest vorerst.
Zur Erinnerung: Der frühere PDP-Vorsitzende Branislav Borenović schloss zuvor drei Funktionäre aus, weil sie Stanivukovićs Kandidatur nicht unterstützt hatten, was die Spekulationen verstärkt, dass Stanivuković ähnliche Maßnahmen gegen Crnadak ergreifen könnte – oder dass Crnadak die Partei selbst verlassen könnte.
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