
Der ehemalige Innenminister der Republik Bosnien und Herzegowina, Jusuf Pušina, sagte in einer Erklärung für die bosnische Nachrichtenagentur Patria (NAP), dass die Unruhen während der Demonstrationen in Bosnien und Herzegowina nun auch der Öffentlichkeit gezeigt hätten, dass das Sicherheitssystem in unserem Land nicht funktioniere.
Für diejenigen, die sich mit Sicherheitsfragen befassen, so Pušina, sei dies bereits früher klar gewesen, aber nun sei es auch den Bürgern dieses Landes deutlich geworden. Dies zeige sich besonders in Krisensituationen, wenn verschiedene Polizeibehörden die Verantwortung von einer Behörde auf die andere abwälzen.
- Das Sicherheitssystem in Bosnien und Herzegowina gleicht nun einer Familie, in der es kein Familienoberhaupt gibt, sondern jeder seine eigene Politik nach Belieben betreibt. Eine solche Familie hat, das ist klar, keine helle Zukunft, so wie auch ein solches Sicherheitssystem in unserem Land keine helle Zukunft haben kann. Es muss dringend geändert werden – sagte Pušina.
Seinen Worten zufolge müssen alle in Bosnien und Herzegowina helfen, die Situation zu verbessern und die Ereignisse vom 7. Februar aufzuklären, als die Symbole der Staatlichkeit, die bosnische Flagge und das Gebäude der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina, in Brand gesetzt wurden.
- Wessen Zuständigkeit ist es, wenn jemand einen Verkehrsunfall hat und Sie mit Ihrem Auto vorbeikommen? Natürlich sollten Sie anhalten und Ihre Hilfe anbieten. So sollte man auch reagieren, wenn es viel größere Probleme in der Gesellschaft gibt. Leider blieb eine solche Haltung während der letzten Demonstrationen aus, als wichtiges Staatseigentum zerstört wurde – sagte Pušina für NAP.
Mit Blick auf die gesamte politische und wirtschaftliche Situation in Bosnien und Herzegowina sagte Pušina, dass es den Menschen an Dialog, aber auch an Patriotismus mangele. Ob der Patriotismus verbraucht sei oder nur vorübergehend versage, darüber, so sagt er, sollte man ausführlicher nachdenken.
- Die Formen der Gewalt, die sich während der Demonstrationen gezeigt haben, sind all dessen nicht würdig, was dieses Land braucht. Ein Staat wird nicht dadurch aufgebaut, dass man die Regierung durch Brandstiftung und Zerstörung stürzt. Dieses Land braucht einen Dialog zwischen den Institutionen, die Rückkehr des Rechtssystems sowie die Stärkung des politischen Systems, das definitiv einen Zusammenbruch erlitten hat. Aber in diesem Land muss auch die heimische Produktion angeschoben und geschützt werden. Wie will der Staat die Forderungen der Arbeiter erfüllen, wenn große Wirtschaftssysteme ruiniert sind oder wenn es keine Kontrolle über das Privatisierungssystem gibt – sagt Pušina.
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