
(Patria) - Die Parlamentswahlen in der Sozialistischen Republik (SR) Bosnien und Herzegowina fanden am 18. November 1990 statt, während die zweite Runde zur Wahl der Abgeordneten für den Abgeordnetenrat am 2. Dezember stattfand.
Es waren die ersten Mehrparteienwahlen in der SR Bosnien und Herzegowina, schreibt Historija.ba.
Neben den Wahlen zu den Mitgliedern des Präsidiums fanden auch Wahlen zur Versammlung der SR Bosnien und Herzegowina statt.
Die Gesamtzahl der in den allgemeinen Wählerverzeichnissen eingetragenen Bürger betrug 3.033.921, davon 100.432 im Ausland im vorübergehenden Arbeitsverhältnis.
Um legitim zu sein, war es erforderlich, dass mehr als 50 % der in den allgemeinen Wählerverzeichnissen eingetragenen Wähler an den Wahlen teilnehmen.
Die durchschnittliche Wahlbeteiligung betrug 77,83 % der Gesamtzahl der registrierten Wähler.
Von den 43 registrierten Parteien nahmen 15, einzeln oder in Koalitionen, an den Wahlen teil.
Mit klarer Mehrheit gewannen SDA, SDS und HDZ 84 % der Abgeordnetenmandate im republikanischen Parlament, 75,5 % der Gemeinderatsmandate in den Gemeindevertretungen und 60,83 % der Gemeinderatsmandate in der Stadtversammlung von Sarajevo.
Auf den Listen für die Mitglieder des Präsidiums mussten 7 Mitglieder gewählt werden, je zwei aus der Reihe der Serben, Kroaten und Muslime und einer aus der Reihe der Übrigen. Man konnte für Kandidaten von jeder der vier Listen stimmen.
Mitglieder des Präsidiums werden Fikret Abdić, Alija Izetbegović, Biljana Plavšić, Nikola Koljević, Stjepan Kljujić, Franjo Boras und Ejup Ganić (als Jugoslawe).
Aufgrund solcher Wahlergebnisse bildete sich eine Koalition aus drei politischen Parteien mit nationalem Charakter auf dem Gebiet Bosnien und Herzegowinas.
Gemäß der Vereinbarung der nationalen Parteien in BiH wurde Alija Izetbegović (SDA) zum Präsidenten der Republik, Momčilo Krajišnik (SDS) zum Präsidenten der Versammlung und Jure Pelivan (HDZ BiH) zum Premierminister ernannt.
Jedoch zeigten sich bereits in den ersten Sitzungen deutliche Unterschiede bei der Lösung offener Fragen.
Dies war die Zeit der Auflösung Jugoslawiens und intensiver Verhandlungen der sechs Präsidenten der republikanischen Präsidien, die keinen Ausweg aus der tiefen jugoslawischen Krise finden konnten.
Weniger als ein Jahr nach den ersten Mehrparteienwahlen in Bosnien und Herzegowina wurden die bereits in Kroatien stattfindenden Kriegsaktivitäten nach Bosnien und Herzegowina getragen.
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