
(Patria) - Eine informelle Studentengruppe organisierte einen friedlichen Protest, der um 12 Uhr in Hastahana in Sarajevo aus Anlass des schrecklichen Mordes in Kalesija begann.
Auch heute, wie gestern vor der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina, versammelte sich auf dem Protest eine sehr kleine Anzahl von Bürgern.
„Es gibt mehr Medienvertreter als Bürger“, sagte die Reporterin von N1 vor Ort.
Die in Hastahana Versammelten wollten auf das Problem der Gewalt in der Gesellschaft hinweisen. Zudem forderten sie eine Verschärfung der Strafen und eine Änderung des Strafgesetzbuches. „Muss erst die Mutter, Schwester oder Tochter eines Ministers getötet werden, damit ihr das Gesetz verschärft?“, stand auf einem der Transparente.
Hanadi Maslo, die im achten Schwangerschaftsmonat ihr Baby bei den Überschwemmungen in Donja Jablanica verloren hatte, kam im Gegensatz zu vielen – um ihre Stimme gegen Gewalt zu erheben. Auf die Frage der N1-Reporterin, wie lange die Bürger noch apathisch gegenüber den Problemen in der Gesellschaft sein würden, antwortete sie, sie wisse es nicht…
„Das ist eine schwierige Frage. Auch mir ist nicht klar, was noch passieren muss, damit die Leute sagen – genug. Ich bin etwas enttäuscht. Wir haben genug Gründe, diesen Park zu füllen“, sagte Maslo.
Sie fragte die Machthaber, „wie viele Frauen und geborene Kinder noch ertränkt werden müssen“, damit ein Gesetz über Femizid eingeführt werde. Sie sagte, ihrer Meinung nach sei es am gerechtesten, solche Fälle, wie das schreckliche Verbrechen in Kalesija, mit der Todesstrafe zu bestrafen.
„Die Frage ist, ob das System Frauen überhaupt schützt. Gewalt wird gemeldet und niemand reagiert. Es gibt bestimmte Leute, die in Sesseln sitzen und sich wärmen, während wir frieren, also wenn sie sich wärmen, sollen sie etwas tun. Oder sie sollen (die Sessel) räumen“, sagte Maslo zu N1 und fügte hinzu, dass die Bürger Forderungen an die Behörden stellen sollten, und wenn diese nicht erfüllt würden, dann zur Blockade übergehen sollten.
Wir erinnern daran, dass der Mord an Inela Selimović und ihrem minderjährigen Sohn in Kalesija Bosnien und Herzegowina schockiert hat. Die Suche nach ihrem Ehemann Emir Selimović, der des Mordes verdächtigt wird, dauert weiter an.
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