Prof. Čustović: Luftverschmutzung hat große Auswirkungen auf die Gesundheit, saubere Luft muss Priorität haben

Patria
AutorPatria
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Prof. Čustović: Luftverschmutzung hat große Auswirkungen auf die Gesundheit, saubere Luft muss Priorität haben

(Patria) - In der Organisation der Akademie der Wissenschaften und Künste von Bosnien und Herzegowina hielt einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Allergologie und pädiatrischen Pneumologie, Prof. Dr. Adnan Čustović, einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Interaktion von Genen und Umwelt bei der Entstehung von Asthma und Allergien“.

Prof. Čustović ist seit 2019 inländisches Mitglied der ANUBiH sowie Professor für pädiatrische Allergologie am Imperial College in London und Gründer des Frankland-Kay-Instituts für Allergologie. Während des Vortrags sprach er über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Herausforderungen beim Verständnis der komplexen Mechanismen, die zur Entstehung von Asthma und Allergien führen.

„Asthma ist nicht eine Krankheit – es ist eine Reihe verschiedener Störungen mit gemeinsamen Symptomen, aber unterschiedlichen Ursachen. Gerade deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie Gene und Umweltfaktoren gemeinsam das Risiko für die Krankheitsentstehung prägen. Die Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen sind der Schlüssel zum Verständnis und zur Prävention von Asthma bei Kindern und Erwachsenen“, betonte Prof. Dr. Adnan Čustović.

Prof. Čustović ist der Ansicht, dass genetische Studien zu Asthma oft mit Einschränkungen und Inkonsistenzen konfrontiert sind, gerade weil die Tatsache vernachlässigt wird, dass Umweltfaktoren das Risiko bei genetisch empfindlichen Personen durch komplexe Gen-Umwelt-Interaktionen modulieren können.

„Es ist wichtig zu verstehen, wie Gene und Umweltfaktoren gemeinsam die Krankheitsentstehung beeinflussen – nicht nur bei Asthma und Allergien, sondern auch darüber hinaus. Heute wenden wir oft denselben Ansatz für alle Patienten an, was nicht ideal ist. Die personalisierte Medizin strebt danach, dem richtigen Patienten das richtige Medikament zu geben – eines, das wirkt und ihm nicht schadet. Um dies zu erreichen, müssen wir die Krankheitsmechanismen und die komplexen Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung und Umwelt verstehen. Derselbe Umweltfaktor, wie die Anwesenheit eines Hundes im Haus oder der Besuch einer Kindertagesstätte, kann bei verschiedenen Personen völlig unterschiedliche Folgen haben, abhängig von ihrer Genetik. Gleiches gilt für Medikamente. Genau das Verständnis dieser Wechselwirkungen ist der erste Schritt hin zu einer wirklich personalisierten Medizin“, so Prof. Dr. Adnan Čustović.

Am Ende seines Vortrags betonte Professor Čustović, dass uns erst ein ernsthaftes Problem durch die Folgen der Luftverschmutzung bevorstehe.

„Luftverschmutzung hat ebenso wie Rauchen eine universell schädliche Auswirkung auf die Gesundheit. Besonders gefährdet sind Personen mit genetischer Veranlagung und Empfindlichkeit gegenüber Umweltfaktoren. Die Belastung durch Verschmutzung, insbesondere in der Schwangerschaft und frühen Kindheit, hat langfristige Folgen – Kinder, die in verschmutzten Umgebungen aufwachsen, entwickeln eine geringere Lungenfunktion. Menschen mit geringerer Lungenfunktion haben beispielsweise im Alter von 23 Jahren eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, früher an beliebigen Ursachen zu sterben. Veränderungen sind jedoch möglich – das Beispiel Kaliforniens zeigt, dass gesetzliche Maßnahmen die Luftverschmutzung reduzieren und die Lungengesundheit der Bevölkerung verbessern können. Deshalb ist politisches Handeln für sauberere Luft jetzt absolute Priorität“, betont Prof. Čustović.

Professor Čustović ist Autor von mehr als 450 wissenschaftlichen Arbeiten mit über 65.000 Zitaten und einem h-Index von 119.

Im Laufe seiner Karriere erhielt er prestigeträchtige Auszeichnungen, darunter die Goldmedaille der Europäischen Gesellschaft für Pneumologie und die William-Frankland-Medaille für seinen Beitrag zur Entwicklung der klinischen Allergologie im Vereinigten Königreich. Er war Mentor von zwanzig Doktorarbeiten und Mitglied zahlreicher internationaler akademischer und wissenschaftlicher Gremien.

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