
(Patria) – Professor Vahidin Preljević hat sich in einem Beitrag auf der sozialen Plattform X zu den jüngsten Behauptungen über eine „islamistische Gefahr“ geäußert, nachdem der Vizepräsident der Föderation Bosnien und Herzegowina, Igor Stojanović (SDP), der SDA vorgeworfen hatte, auf 22 Prozent des Territoriums eine „islamische Republik“ errichten zu wollen.
„Die Drei-Koalitionäre bauen offenbar systematisch ein Narrativ über die islamistische Gefahr auf, um sich selbst als Bollwerk gegen diese angebliche Bedrohung darzustellen. In gewisser Weise beginnen sie, sich als Wächter auf den Vorposten des Christentums zu inszenieren, indem sie diese Fahne von selbsternannten ethnoseparatistischen Kreuzfahrern übernehmen.
Obwohl sie selbst das Konzept der Verteidigung Bosnien und Herzegowinas 1992–1995 hochhalten, übernehmen sie nun ironischerweise die propagandistischen Muster von Karadžić, Boban und Tuđman, später von Dodik und Čović, für die bürgerliche Demokratie gleichbedeutend mit einem islamischen Staat ist, indem sie die Westler, die sie für sich gewinnen wollen, mit einem gewissen Islamismus ängstigen.
Das ist zweifellos Kulturrassismus und Islamophobie in Reinkultur, diesmal von innen. Obwohl die SDA, mit der ich übrigens nie sympathisiert habe, geschweige denn sie gewählt habe, eine Million Mängel hatte und hat, hatte sie als Regierungspartei nie ein ernsthaftes Projekt zur Errichtung eines theokratischen Staates.
Diese Anschuldigung ergibt ungefähr so viel Sinn, wie wenn man der SDP, der Nachfolgerin der Kommunisten, vorwerfen würde, sie wolle eine Diktatur des Proletariats errichten. Der Subtext dieser Propaganda zielt daher nicht in erster Linie auf diese Partei ab, sondern auf die schiere Tatsache der demografischen muslimischen Mehrheit als biopolitische Bedrohung.
Vielleicht ist dieses biopolitische Phantasma der ‚muslimischen Mehrheit‘, das in diesem Bewusstseinshorizont automatisch einen ‚islamischen Staat‘ bedeutet, der mentale Hintergrund für die Unterstützung der Drei-Koalitionäre für Schmidts Interventionen und ihre Nachgiebigkeit gegenüber der HDZ. Diese mentale Prädisposition nannte Theodor Lessing den Selbsthass.
Gleichzeitig bleibt die Drei-Koalition stumm und taub gegenüber viel drastischeren Beispielen der Entsäkularisierung des Staates in mehrheitlich katholischen und orthodoxen Landesteilen (z. B. die Beschlagnahmung und Segnung von Staatsämtern, die Einführung von Institutionenfeiertagen, religiöse Symbole in Klassenzimmern usw.).
Als ich vor zwei Jahren einen Essay über das ‚Narrativ der Entspannung‘ schrieb, demzufolge Čović und Dodik eigentlich gut seien, aber die ganze Zeit von Sarajevo provoziert worden seien, sagte ich voraus, dass dies auch eine Revision der Vergangenheit bedeuten würde. Das ist auch eingetreten. Die Drei-Koalitionäre haben sich offenbar in Dževad Galijašević verwandelt“, so Preljević.
1/7 Trojkaši očito sistematično grade narativ o islamističkoj opasnosti da bi sebe predstavili kao branu toj navodnoj prijetnji. Na neki način, oni sebe počinju inscenirati kao stražare na predziđu kršćanstva preuzimajući taj stijeg od samoproglašenih etnosepartičkih križara.
— Vahidin du Prel (@VahidinduPrel) 15. September 2024
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