Leere Stühle für Vertreter der Regierung bei der Gedenkfeier für die Opfer von Jablanica

Patria
AutorPatria
20:00
Podijeli:
Leere Stühle für Vertreter der Regierung bei der Gedenkfeier für die Opfer von Jablanica

(Patria) - Genau ein Jahr nach der katastrophalen Tragödie, bei der 19 Einwohner von Donja Jablanica und des Dorfes Zlate ums Leben kamen, fand am Standort des alten Bahnhofs eine Gedenkveranstaltung statt, die von der informellen Bürgervereinigung „4. Oktober“ organisiert wurde.

Obwohl Einladungen an alle relevanten Regierungsvertreter verschickt wurden, trafen bis 14:00 Uhr – dem geplanten Beginn der Gedenkveranstaltung – nur wenige Beamte ein, darunter der ehemalige Verteidigungsminister von Bosnien und Herzegowina, Sifet Podžić, schreibt N1.

Reihen leerer Stühle mit Beschriftungen, die für Institutionen und politische Vertreter reserviert waren, stehen als stummes Symbol der Abwesenheit derer, die beim Volk hätten sein sollen.



Zuvor fand heute im Museum „Schlacht um die Verwundeten an der Neretva“ eine Gedenkakademie statt, die von der Gemeinde Jablanica organisiert wurde und an der zahlreiche Bürger, Familienangehörige der Opfer, Vertreter der EU-Delegation in Bosnien und Herzegowina, des UNDP, der IOM, von Rettungsdiensten und anderen Organisationen teilnahmen.

- Ein Jahr ist vergangen seit der beispiellosen Tragödie, die unser Jablanica und unsere Dörfer heimgesucht hat. Den 4. Oktober können wir niemals vergessen. Unser Dorf Donja Jablanica wird nie wieder dasselbe sein – sagte Bakir Tufek im Namen aller Dorfbewohner.

Bei dieser Gelegenheit kündigte er die Initiative an, den 4. Oktober offiziell zum Trauertag in der Gemeinde Jablanica zu erklären, und äußerte seine Enttäuschung darüber, dass ein Jahr nach der Tragödie noch keine Anklage erhoben wurde.

Ein besonders emotionaler Moment war die Vorführung eines Kurzfilms über die Ereignisse in der Nacht der Tragödie, bei dem die Familienangehörigen der Opfer ihre Tränen und ihre Trauer nur schwer verbergen konnten.



Am Ort der heutigen Gedenkveranstaltung wurden Fotos der Opfer sowie symbolische Botschaften vor der Eisenbahnstrecke aufgestellt, die der unmittelbare Hintergrund des Unfalls war.

Stille, leere Stühle und die Blicke der Überlebenden sprachen mehr als jedes Wort – über Schmerz, Erinnerung, aber auch über institutionelles Vergessen.

Die Vereinigung „4. Oktober“ appellierte erneut an die Justiz und die staatlichen Institutionen, dass das Unrecht nicht vergessen werden darf und dass die Verantwortlichen benannt werden müssen.

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