
(Patria) - Die albanische Polizei setzte am Freitag Wasserwerfer und Tränengas ein, um neue Anti-Korruptionsproteste von rechten Oppositionsdemonstranten aufzulösen, die Feuerwerkskörper und Molotowcocktails warfen.
Tausende Anhänger der Demokratischen Partei (PD) des ehemaligen Premierministers Sali Berisha versammelten sich zunächst vor dem Regierungssitz und forderten den Rücktritt des sozialistischen Premierministers Edi Rama.
„Wir werden Albanien vor Edi Rama retten, der das Land in Armut und Korruption gestürzt hat“, sagte der 81-jährige Berisha zu den Versammelten.
„Er ist nur eine politische Leiche“, berichtete AFP.
Aber Berisha musste seine Rede bald beenden, als einige Demonstranten Feuerwerkskörper und Molotowcocktails auf das Regierungsgebäude warfen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge zu vertreiben.
Berisha führte die Demonstranten dann zum Parlamentsgebäude, wo sie auf die Polizei, einschließlich Bereitschaftspolizei, trafen.
Polizei und Demonstranten lieferten sich etwa zwei Stunden lang Straßenkämpfe rund um das Parlament, wie ein AFP-Journalist berichtete.
Die Polizei teilte mit, dass etwa dreißig Menschen festgenommen wurden. Die Demokratische Partei erklärte, dass etwa vierzig ihrer Anhänger in Gewahrsam genommen wurden.
Innenministerin Albana Kociu verurteilte den „Vandalismus“ und erklärte in einem Beitrag in den sozialen Medien, dass der Angriff auf die Polizei ein „Verbrechen“ sei.
Die albanische Politik ist oft von heftigen Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb des Parlaments zwischen linken und rechten Parteien geprägt, die sich regelmäßig gegenseitig Korruption und Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität vorwerfen.
Die Spannungen sind seit November wieder gestiegen, als die stellvertretende Premierministerin Belinda Balluku, eine enge Mitarbeiterin Ramas, aufgrund eines Korruptionsskandals suspendiert wurde, der nun untersucht wird. Sie wird beschuldigt, Infrastrukturaufträge vergeben zu haben, wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft jedoch zurück.
Mehrere ehemalige Minister in Ramas Regierungen waren Ziel von Korruptionsermittlungen. Auch Berisha wird beschuldigt, während seiner Amtszeit öffentliche Aufträge an Verbündete vergeben zu haben, bestritt die Vorwürfe jedoch.
Der Kampf Albaniens gegen die Korruption stand in den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Regierung in Tirana besonders im Fokus.
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