Brief für die Rettung: Schmidt hat sich bisher meist nicht an die Verpflichtungen seines Mandats gehalten

Patria
AutorPatria
20:51
Podijeli:
Brief für die Rettung: Schmidt hat sich bisher meist nicht an die Verpflichtungen seines Mandats gehalten

(Patria) - Heute Morgen wurde ein Dokument an relevante Adressen in der Welt und in BiH verschickt, das von einer Reihe von Intellektuellen, aber auch von politischen Vertretern in BiH unterzeichnet wurde.

"In Bezug auf die aktuelle Krise in Bosnien und Herzegowina wenden wir uns an die nationale und internationale Öffentlichkeit, an nationale und ausländische Institutionen und politische Akteure, die Einfluss auf die Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Realität in BiH haben. Mit dieser Erklärung weisen wir auf die wichtigsten Fehler hin, die in BiH und gegenüber BiH gemacht werden und die die Situation im Land ständig und dramatisch verschärfen und die Grundlagen seiner Staatlichkeit und seines Überlebens gefährden.


Ein Teil der politischen Akteure in BiH arbeitet seit langem und hart daran, die Völker in BiH zu antagonisieren und auf dieser Grundlage ihre Desintegration vorzubereiten. Wir fordern, dass die politischen Akteure in der Regierung und in der Opposition entschlossen gegen diese desintegrativen Faktoren vorgehen und keine Kompromisse mit ihnen auf Kosten der Staatlichkeit von BiH, der vollen Gleichberechtigung ihrer Bürger und Völker eingehen.


Der Hohe Repräsentant Christian Schmidt hat sich bisher meist nicht an die Verpflichtungen seines Mandats gehalten. Seine Änderung des Wahlgesetzes und der Verfassung der FBiH ist wesentlich und langfristig falsch.


Mit der Änderung des Wahlgesetzes in der Wahlnacht hat der Hohe Repräsentant die Ungleichheit der Bürger von BiH auf ihrem gesamten Territorium legalisiert, wozu sich auch eine beträchtliche Anzahl internationaler Institutionen (Bundestag, Europarat usw.) negativ geäußert hat.


Gerade in diesen Tagen hat die Nationalversammlung der Republika Srpska (NS RS) das Gesetz über die Nichtanerkennung von Urteilen des Verfassungsgerichts von BiH verabschiedet. Schmidt hat dies zu Recht als Schlag gegen die verfassungsmäßige Ordnung von BiH und gegen das Daytoner Friedensabkommen selbst qualifiziert und dementsprechend dieses Gesetz aufgehoben.

Dies reicht jedoch nicht aus und entspricht nicht der Qualifizierung dieser Handlung der NS RS, da es für den Hohen Repräsentanten unerlässlich ist, diejenigen, die seiner Aussage nach die verfassungsmäßige Ordnung und das Daytoner Friedensabkommen untergraben, sofort von ihren politischen Positionen zu entbinden. Dies ist eine notwendige
politische Aktion, und die strafrechtliche Verantwortung soll ihren Lauf nehmen. Gleichzeitig lesen wir in diesen Tagen in den Medien, wie der US-Sondergesandte für den Westbalkan, Gabriel Escobar, erklärt, dass es „Konsequenzen geben wird, wenn Dodik das Daytoner Abkommen bricht“.

Als äußerst wichtiger Missionar für BiH äußert G. Escobar diese „bedingte Drohung“ gerade nachdem Dodik bereits die Grundlagen des Daytoner Abkommens angegriffen hat. Lange Zeit hat die internationale Gemeinschaft in BiH nur verbalisiert.


Besonders besorgnizregend ist die Erkenntnis, dass in der RS und im OHR die Teilung des Staatseigentums auf die Entitäten vorbereitet wird. Wir bestehen darauf, dass der Staat der einzige Eigentümer dieses Eigentums bleibt, das nur den Entitäten bzw. lokalen Gemeinschaften zur Nutzung überlassen werden kann. Die Entmündigung des Staates BiH wäre fatal für seine Staatlichkeit.

Es ist notwendig, den Kontext zu berücksichtigen, in dem politische Akteure in der RS auf der Verteilung des Staatseigentums bestehen. Diese hartnäckige Forderung wird zusammen mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Nichtanerkennung des Verfassungsgerichts von BiH, der Nichtanerkennung des Hohen Repräsentanten, den Vorbereitungen für ein Referendum über die Sezession der RS usw. erhoben.

Daher stellt die Verteilung des Staatseigentums, d.h. die Entmündigung des Staates BiH, einen der wichtigsten strategischen Schritte des Präsidenten der RS für die Sezession dieser Entität dar. Das OHR muss diese Fakten berücksichtigen und ihnen nicht entgegenkommen.


Die internationale Gemeinschaft und ihr Hoher Repräsentant waren bisher meist Beobachter der Krisenentwicklung in BiH und haben meist nur ihre Besorgnis geäußert. Anstelle von Verbalisierung fordern wir ein wirksames Handeln der internationalen Gemeinschaft, also auch des Hohen Repräsentanten, zur Wahrung der Staatlichkeit von BiH, zur endgültigen Überwindung der Krise, in der sie seit dreißig Jahren leidet. Wir fordern nichts mehr, als dass BiH wie andere europäische demokratische und bürgerliche Staaten und Gesellschaften geordnet wird.

Die internationale Gemeinschaft – also auch der Hohe Repräsentant – hat in diesem Sinne und in dieser Richtung eine Verpflichtung gegenüber BiH, da BiH Opfer einer internationalen Aggression war, zu der auch der begangene Völkermord gehört, und auch heute noch spielt der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft eine Schlüsselrolle in BiH", heißt es in dem Schreiben.

Unterzeichner dieses Schreibens sind: Esad Bajtal, Hazim Bašić, Edin Batlak, Esad Boškailo, Dragan Bursać, Jasna Čaušević, Milan Dunović, Esad Duraković, Rešid Hafizović, Husnija Kamberović, Ademir Kenović, Adil Kulenović, , Miro Lazović,
Jasmin Mujanović, Dino Mustafić, Emir Nuhanović, Vahidin Preljević, Emir Ramić, Lada Sadiković, Abdulah Sidran, Aiša Telalović, Azra Zornić.

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