
Scharfe Reaktionen auf die Einreichung des Antrags auf Überprüfung des Urteils gegen Serbien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag kamen am Samstag aus dem bosnischen Teilstaat Republika Srpska, schreibt Patria.
Der Vorsitzende des bosnisch-herzegowinischen Staatspräsidiums, Mladen Ivanić, kündigte an, dass er über einen Sondergesandten ein Schreiben an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag senden werde, in dem er das Gericht darüber informieren werde, dass das bosnisch-herzegowinische Staatspräsidium keine Entscheidung über die Revision der Klage gegen Serbien getroffen habe.
Ivanić sagte, er werde entscheiden, wann er dieses Schreiben senden werde, und die Öffentlichkeit werde darüber informiert. Sein Parteikollege, der Vorsitzende der PDP, Branislav Borenović, befasste sich ebenfalls mit der Revision. Aus dieser Partei wurde mitgeteilt, dass Borenović am Freitagabend in Washington mit dem Direktor des Außenministeriums für Südosteuropa, Matthew Palmer, zusammentraf und dass bei diesem Treffen unter anderem die aktuelle politische Situation in Bosnien und Herzegowina und der Region erörtert wurde.
Auch die Ministerpräsidentin der Republika Srpska, Željka Cvijanović, reagierte. „Diese Klage, obwohl formell an Serbien gerichtet, ist gegen die Republika Srpska gerichtet“, meint Cvijanović. Der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, warf dem Mitglied des bosnisch-herzegowinischen Staatspräsidiums vor, seine Erklärungen, er sei bereit, „die Hand zu reichen“, seien heuchlerisch, und es wäre am besten, wenn er den Antrag auf Überprüfung des Urteils gegen Serbien wegen Völkermords zurückziehen würde, den der Vertreter Bosnien und Herzegowinas, Sakib Softić, am Donnerstag beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht hatte.
Der Bund für Veränderungen, der zusammen mit der SDA, der SBB und der HDZ BiH die Regierung auf staatlicher Ebene bildet, teilte mit, dass er sich wegen des Antrags auf Überprüfung nicht aus den staatlichen Institutionen zurückziehen werde, obwohl dies erörtert wurde, aber auf keinen Fall werde man die Revision so leichtfertig übergehen.
Andererseits kündigte die Ministerpräsidentin der Republika Srpska, Željka Cvijanović, eine gemeinsame Sitzung der Regierung der Republika Srpska und der Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina für den 9. März in Banja Luka an, bei der Projekte erörtert werden sollen, die das Leben der Bürger in Bosnien und Herzegowina verbessern können, was von vielen Analysten als positiv bewertet wurde, schreibt Patria.
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