
(Patria) - Der Botschafter der OSZE-Mission in Bosnien und Herzegowina, Rick Holtzapple, hat ein Schreiben an die Parlamentarier geschickt, in dem er fordert, dass der Gesetzesentwurf zur Änderung und Ergänzung des Gesetzes über Polizeibeamte der FBiH anstelle der geplanten Verabschiedung im Eilverfahren in das reguläre Verfahren zurückverwiesen wird.
Während die Regierung der FBiH auf der Dringlichkeit besteht, angeblich wegen eines drohenden Personalzusammenbruchs in der Föderalen Polizeibehörde (FUP), warnt die internationale Gemeinschaft, dass Geschwindigkeit nicht auf Kosten der Rechtsstaatlichkeit gehen darf.
In dem Schreiben an die Mitglieder des Abgeordnetenhauses betont Botschafter Holtzapple, dass die vorgeschlagenen Änderungen erhebliche Auswirkungen auf die Funktionsweise der Strafverfolgungsbehörden und die Sicherheitslage haben können. Die OSZE ist der Ansicht, dass das Eilverfahren aufgrund seiner Einschränkungen kein angemessener Rahmen für solch wichtige Angelegenheiten ist.
„Die Mission fordert das Abgeordnetenhaus des Parlaments der FBiH auf, dieses Gesetz zur Prüfung im regulären Verfahren zurückzuweisen. Dies würde konstruktive Konsultationen mit allen relevanten Interessengruppen wie Polizeigewerkschaften, der Fachöffentlichkeit und Experten auf diesem Gebiet ermöglichen“, heißt es in dem Schreiben der OSZE.
Ziel der Intervention sei es, die Transparenz, die rechtliche Klarheit und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizeibehörden zu verbessern.
Das Innenministerium der FBiH hat vorgeschlagen, das Arbeitsalter auf 65 Jahre auf Beschluss des Leiters zu verlängern, sowie den Übergang von kantonalen Innenministerien zur Föderalen Polizeibehörde und die Möglichkeit von außerordentlichen Beförderungen zu ermöglichen.
Die OSZE-Mission hat am Ende des Schreibens ihre Hilfe und Expertise angeboten, falls ein Konsultationsprozess eröffnet wird, und damit deutlich gemacht, dass sie einen inklusiven Ansatz und keine schnellen Lösungen hinter verschlossenen Türen erwartet.
Gewerkschaften hatten in den vergangenen Wochen davor gewarnt, vom sozialen Dialog ausgeschlossen worden zu sein und dass diese Änderungen eher Einzelpersonen als allen Polizeibeamten zugutekommen.
Der Personalabgang kann durch eine erhöhte Anzahl von Kadetteneinstellungen und den Mangel an bestimmten Dienstgraden innerhalb der FUP aufgrund der Pensionierung von Personal durch intensive Beförderungsprozesse ausgeglichen werden.
In der vergangenen Woche gab auch die Sicherheitskommission grünes Licht für dieses Gesetz nicht. Da die Sitzung des Abgeordnetenhauses des Parlaments der FBiH im Gange ist und die Tagesordnung noch nicht verabschiedet wurde, ist es möglich, dass der Gesetzesentwurf über Polizeibeamte der FBiH von der Tagesordnung gestrichen wird.
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