Das Ende billiger Bestellungen aus China: Europäische Kommission kündigt Gebühren an

Patria
AutorPatria
07:40
Podijeli:
Das Ende billiger Bestellungen aus China: Europäische Kommission kündigt Gebühren an

(Patria) - Die Europäische Kommission hat gestern angekündigt, dass sie beabsichtigt, Gebühren für Pakete einzuführen, die über hauptsächlich chinesische Online-Shops Temu und Shein den europäischen Markt mit billigen, oft gefälschten Waren überschwemmen.

Chinesische Plattformen Temu und Shein nutzen Gesetzeslücken und liefern nach Europa Pakete unter einem Wert von 150 Euro, auf die keine Zölle erhoben werden.

Zollbeamte sind aufgrund der Flut von Paketen, die in die EU gelangen, überlastet. Die Einnahmen aus den Paketgebühren würden zur Finanzierung verstärkter Zollkontrollen gegen illegale Produkte verwendet.

Es wird auch vorgeschlagen, die Zollbefreiungen für Pakete unter 150 Euro abzuschaffen und ein vereinfachtes Zollverfahren für Sendungen mit geringem Wert einzuführen.

Laut der für die Europäische Kommission zuständigen Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen kommen 91 Prozent der Kleinsendungen aus China über Shops wie Temu und Shein.

- Wir haben festgestellt, dass zahlreiche Produkte nicht den europäischen Vorschriften entsprechen, dass sie gefährlich sind. Diese Flut von Importen setzt die zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten, insbesondere die Zollbeamten, unter großen Druck - sagt Virkkunen.

Daher müssen Online-Plattformen künftig prüfen, ob die auf ihren Plattformen angebotenen Produkte legal und mit den EU-Sicherheitsstandards konform sind.

"Zahlreiche Produkte, die so von außerhalb der EU auf den europäischen Markt gelangen, stellen ein Risiko für Gesundheit und Sicherheit dar, sind aus Sicht von Umwelt und Klima nicht nachhaltig und schaffen unlauteren Wettbewerb für EU-Unternehmen, die die Vorschriften einhalten", so die Kommission.

In den letzten Jahren ist die Zahl solcher Produkte, die in die EU gelangen, sprunghaft angestiegen, und im Jahr 2024 gelangten rund 4,6 Milliarden Sendungen mit geringem Wert auf den EU-Markt.

Die Kommission schlug im Mai 2023 eine Reform der Zollunion vor, die unter anderem die Einführung von Zöllen auch für Waren unter 150 Euro vorsieht.

Über den endgültigen Text dieses Gesetzes wird derzeit zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat verhandelt.

Die Kommission fordert beide Gesetzgebungsorgane auf, so schnell wie möglich eine Einigung zu erzielen. Gemäß dem Vorschlag der Kommission soll die Umsetzung der Reform im Jahr 2028 beginnen.

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