
(Patria) - Eine Delegation des Kantons Sarajevo sowie zahlreiche andere Delegationen und Vertreter von Institutionen und Verbänden begingen heute auf dem ZAVNOBIH-Platz Nummer 18 auf angemessene Weise den 30. Jahrestag der Ermordung der Lehrerin Fatima Gunić und ihrer Schüler Adis Mujala, Vedad Mujkanovića und Feđa Salkića.
Im Namen des Kantons Sarajevo sprach die Justiz- und Verwaltungsministerin Darja Softić Kadenić vor den Anwesenden bei der Gedenkveranstaltung und erinnerte daran, dass vor 30 Jahren eine Granate aus den Stellungen der Armee der Republika Srpska abgefeuert wurde, die in den provisorischen Räumlichkeiten der Grundschule „Prvi maj“ während des Unterrichts das Leben der Lehrerin und dreier Schüler beendete und 23 weitere Schüler schwer und leicht verletzte. Sie fügte hinzu, dass nur wenige Minuten später von derselben Stelle eine weitere Granate abgefeuert wurde, die drei und sieben Bürger vor dem Gemeindezentrum „Jedinstvo“ auf dem Platz der Unabhängigkeit tötete.
„Die grausamen Morde und Massaker an Bürgern in ganz Sarajevo und Bosnien und Herzegowina waren kein Zufall, und das muss immer wiederholt werden. Denn wie sonst erklärt man diese schrecklichen Morde, die auch beim Schlittenfahren von Kindern auf Alipašino polje, beim Spielen von Kindern auf Bistrik, in den Wasserschlangen bei Pivara und Daira, in Ferhadija in der Schlange für Brot, während der Beerdigungen in Budakovići und Boljakov potok, auf dem Markt Markale, in der städtischen Markthalle und an vielen anderen Orten geschahen. Wie erklärt man sie anders als die geplante und systematische Ermordung von Kindern und Bürgern Sarajevos“, sagte Ministerin Softić Kadenić.
Wie sie betonte, wurde dies auch in den Urteilen des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag anerkannt.
„Dennoch ist es zu wenig, nur ein paar Kommandeure und Politiker für das Leid aller Bürger Sarajevos während der vierjährigen Belagerung zu verurteilen, geschweige denn für über 12.000 getötete Bürger und Kinder, über 60.000 Verwundete. Neben der kommandanten und politischen Verantwortung gibt es auch eine persönliche Verantwortung der Angehörigen der Armee der Republika Srpska, und daran muss gearbeitet werden, solange noch Zeit ist. Jedes Jahr erinnern wir uns an unsere Schüler und ihre Lehrerin Fatima Gunić, und deshalb haben wir uns heute hier versammelt, denn wir dürfen und werden diese monströsen Verbrechen, dieses Übel, das ein normaler Mensch nicht begreifen und verstehen kann, nicht vergessen“, sagte Ministerin Softić Kadenić, die den Anwesenden für ihr Kommen dankte und erklärte, dass man denen widerstehen werde, die Hass und Intoleranz verbreiten und propagieren.
Neben Ministerin Softić Kadenić gehörten der Delegation des Kantons Sarajevo auch die Ministerin für Erziehung und Bildung Naida Hota-Muminović und die Parlamentsabgeordneten Vedrana Vujović und Jasmin Šaljić an.
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