
(Patria) - Einen Tag nach dem 11. Juli, der kollektiven Beerdigung und Bestattung der Opfer des Völkermords von Juli 1995, ist Srebrenica wieder halb leer, schreibt BHRT.
Die Bürger, die das ganze Jahr über dort sind, setzen ihr Leben fort. Wie lebt Srebrenica die restlichen 364 Tage im Jahr?
Die Augen der heimischen und internationalen Öffentlichkeit waren gestern auf Srebrenica gerichtet. Einen Tag später, auf seinen Straßen, nur ein paar Passanten.
- Die leeren Straßen sind der beste Beweis dafür, wie Srebrenica nach dem 11. Juli lebt - sagt der Einwohner von Srebrenica, Muhamed Avdić.
Er hebt hervor, was wir alle bereits gut wissen – das Leben in Srebrenica ist äußerst schwierig.
- Ich fürchte, dass Srebrenica unter diesen Bedingungen in den nächsten zehn Jahren nicht einmal mehr eine Grundschule haben wird - sagte Avdić.
Neben leeren Straßen gibt es auch immer mehr leere Klassenzimmer. Darauf weist der Journalist Sadik Salimović hin.
- In Srebrenica gibt es 300 Schüler in der Mittelschule, aber die meisten sind Schüler aus Bratunac und Ljubovija. In Srebrenica werden keine Kinder geboren, man sieht selten eine schwangere Frau.
Als Journalist habe ich seit '72 in meiner Chronik festgehalten. Und wenn ich Srebrenica betrachte, war es vor 52 Jahren entwickelter als jetzt - sagt Salimović.
Unter denen, die das Team von BHRT in Srebrenica traf, war auch der Journalist Marinko Sekulić.
- Die Menschen in Srebrenica wissen, was die Lösung ist, aber bisher, sagen sie, gab es weder den Willen noch den Wunsch, die Dinge zu ändern - betont Sekulić.
Zekerijah Hadžić lebt ebenfalls in Srebrenica und glaubt, dass alle gut in Srebrenica leben könnten und hierher ziehen würden, um zu leben.
- Sie haben das Kurort Guber, den Perucac-See, so dass wir uns sicherlich organisieren könnten, wenn die Gemeinde die Ressourcen zur Verwaltung bekäme und wenn die Politik es zuließe - sagt Hadžić.
Das Leben in Srebrenica an den übrigen Tagen, auch außerhalb des 11. Juli, ist genauso schwierig wie am 11. Juli. Nur dass dann mehr Menschen anwesend sind, sagen die Anwohner.
In und um Srebrenica gab es viele Pläne und Projekte, aber von der einst entwickelsten Gemeinde ist nur noch eine Erinnerung geblieben.
Srebrenica ist heute eine Gemeinde ohne Busbahnhof, Bank, Bäckerei und Metzgerei.
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