
(Patria) - Orthodoxe Gläubige, deren Kirche den alten julianischen Kalender befolgt, feiern Weihnachten, die Geburt Jesu Christi, am 7. Januar. Voraus geht die Weihnachtsfastenzeit, die vom 28. November bis zum 6. Januar dauert. Die Hauptziele des Fastens sind: die Verherrlichung Gottes und seiner Heiligen sowie die Reinigung von Seele und Körper von leiblichen und seelischen Leidenschaften. Das Fasten umfasst Gebete und Wohltätigkeit, das Meiden böser Gedanken, Wünsche und Taten sowie den Verzicht auf fettreiche Speisen.
Weihnachten markiert einen Wendepunkt in der Natur, das Ende eines einjährigen Zyklus und den Beginn einer neuen Vegetationsperiode. Der letzte Tag vor Weihnachten und zugleich der letzte Tag der Weihnachtsfastenzeit ist der Heilige Abend.
An diesem Tag, in manchen Gegenden auch am Vortag, geht man in den Wald und holt einen Ast von einer jungen Zerr- oder Eiche, den man zuvor mit den Worten: „Guten Tag, Badnjak“ begrüßt und mit Getreide bestreut. Am Heiligen Abend werden nach orthodoxem Brauch alle Schulden und geliehenen Gegenstände zurückgegeben.
Der Badnjak wird am Heiligen Abend ins Haus gebracht. Ein Teil davon wurde früher zum Feuermachen verwendet; wenn es heruntergebrannt war, wurde er in die Ställe und Hürden getragen, während der andere Teil für den Položajnik aufbewahrt wurde, der ihn am Weihnachtstag selbst anzündete. Dieser Brauch wird auch heute noch mancherorts gepflegt; in städtischen Gebieten wird der Badnjak-Ast oder -Zweig auf dem Markt gekauft und bereits ein bis zwei Tage früher ins Haus gebracht. Viele schmücken ihn mit frischen oder getrockneten Früchten und Bonbons und legen Geschenke für die Liebsten darunter.
Der Kirche verlieh dem Anzünden des Badnjaks eine rituelle Bedeutung – das Wärmen am Badnjak symbolisiert das Erwärmen mit Liebe der anwesenden Haushaltsmitglieder, da jeder diesen Feiertag in seinem eigenen Zuhause begeht.
Das Stroh (es symbolisiert das Stroh, auf dem Jesus Christus geboren wurde, und mit seinem Einbringen ins Haus wird der Segen Gottes hereingetragen) ist ein fester Bestandteil der Feier des Heiligen Abends. Nach alten Bräuchen wurde es zusammen mit dem Badnjak ins Haus gebracht und auf dem Boden unter dem Tisch ausgebreitet, wo es die gesamte Weihnachtszeit über liegen blieb. In vielen Gegenden wurde darauf auch das Abendessen am Heiligen Abend eingenommen. Heute wird das Stroh in städtischen Gebieten symbolisch mit einem roten Faden an den Badnjak gebunden.
Am Heiligen Abend wird ein Fastenmahl zubereitet: getrocknete Paprikaschoten gefüllt mit Gemüse, nur Reis oder Bohnen, Fasten-Sarma aus Soja und Zwiebeln, Fastenbohnen, in manchen Gegenden Krautstrudel, mancherorts Kartoffelauflauf oder Nussstrudel, Fisch, Kartoffelsalat, Bohnensalat mit Zwiebeln, dazu Nüsse und Trockenfrüchte, gebackener Kürbis, Kompott, Fastenstrudel und Kleingebäck.
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