
(Patria) - Im Berliner Bezirk Wilmersdorf befindet sich die älteste Moschee Deutschlands. Deshalb wird sie auch Wilmersdorfer Moschee genannt.
Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina war dieses Gotteshaus auch ein Zufluchtsort für Gläubige, die sich in Berlin niedergelassen hatten.
Vor der Moschee in der Briennerstraße herrscht freitags großer Andrang. Teure Autos mit diplomatischen Kennzeichen sind überall geparkt, Chauffeure warten geduldig auf die Rückkehr der Diplomaten, die zum Freitagsgebet kommen.
Viele Gläubige kommen aber auch zu Fuß. Die Moschee ist voll, sodass auch vor ihren Toren gebetet wird. Die Predigt des Imams ist auch draußen zu hören, und zufällige Passanten bleiben stehen und spähen über den Zaun, schreibt Deutsche Welle.
Die Gläubigen wollen keine Fragen beantworten. Sie wollen, sagen sie, nur ihre religiöse Pflicht erfüllen.
Vor dem Gebet gehen sie kurz in die Waschräume, um die rituelle Waschung (Wudu) vorzunehmen. Einige haben auch ihre kleinen Kinder mitgebracht.
Die älteste deutsche Moschee ist heute ein offizielles islamisches Gotteshaus für Muslime aus Pakistan, die der im 19. Jahrhundert in Indien gegründeten Ahmadiyya-Gemeinschaft angehören.
"Lahore Ahmadiyya" ist ihr heutiger Name, aber freitags kommen Gläubige verschiedener Nationalitäten dorthin.
"Liebe für alle, Hass für niemanden" ist der offizielle Slogan dieser islamischen Richtung.
Ihre Anhänger behaupten, sie sei unter göttlicher Anleitung gegründet worden, um "islamische Moral und spirituelle Werte zu verjüngen, den interreligiösen Dialog zu fördern und falsche Vorstellungen über den Islam im Westen zu korrigieren, Frieden, Toleranz, Liebe und Verständnis zwischen den Anhängern verschiedener Religionen zu fördern".
Dies waren auch die Hauptmotive der Muslime, die 1920 aus der Provinz Lahore in Indien nach Berlin kamen und zusammen mit deutschen Muslimen die Deutsch-Muslimische Gesellschaft gründeten.
Kurz darauf, im Jahr 1924, begann nach den Plänen des Berliner Architekten K. A. Hermann der Bau der Moschee im Stil der indo-islamischen sogenannten Mogul-Architektur, im gleichen Stil wie das berühmte Taj Mahal in Indien erbaut wurde.
Daher wird die Berliner Moschee manchmal auch als Miniatur des Taj Mahal bezeichnet. Vielleicht ist das eine übertriebene Lobpreisung, aber das schöne Gebäude mit zwei hohen Minaretten und einer Kuppel ist auf jeden Fall ein sehr gelungenes architektonisches Meisterwerk.
Die Berliner Moschee wurde fertiggestellt und am 23. März 1928 feierlich eröffnet. Ihr erster Leiter war der Schriftsteller Hugo Marcus, ein Jude, der zum Islam konvertierte und trotz allem Mitglied der Berliner jüdischen Gemeinde blieb.
Damals waren jüdische Konvertiten ein großer Teil der Moscheemitglieder. Im Januar 1934 wurden dort auch religiöse Hochzeiten gefeiert, das erste Paar waren Abdullah Dayer und Fatima Adaresh aus Berlin.
Kurz darauf, am 30. Januar 1933, ernannte der Präsident der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, Adolf Hitler zum Reichskanzler.
Die Nationalsozialisten begannen, die Arbeit der Moschee genau zu beobachten und warfen ihr vor, Juden Unterschlupf zu gewähren.
Hugo Marcus floh in die Schweiz, und Adolf Hitler lud 1941 den Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, nach Berlin ein.
Der Antisemit al-Husseini hoffte auf Hitlers Unterstützung im Kampf gegen die Gründung eines jüdischen Staates im damaligen Palästina.
Bei Straßenkämpfen in Berlin am Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigten die Truppen der stalinistischen Roten Armee die Moschee, als sie auf Hitler-Soldaten schossen, die sich von den Minaretten aus verteidigten.
1948 beschlossen die Alliierten, die Wilmersdorfer Moschee mit finanzieller Unterstützung der Ahmadiyya-Gemeinschaft aus den Vereinigten Staaten von Amerika wieder aufzubauen.
Sie öffnete ihre Türen wieder am 24. Juni 1952, erneut als Ahmadiyya-Moschee.
Ein Teil der Kriegsflüchtlinge, die zu Beginn des Krieges in Bosnien und Herzegowina in Berlin Zuflucht gefunden hatten, verrichteten hier unter der Leitung von Efendi Ahmet MaIkić ebenfalls ihre religiösen Pflichten.
Auch heute noch steht dieses Gotteshaus hinter den Prinzipien, für die es gegründet wurde, insbesondere der Pflege des interreligiösen Dialogs.
Sie nimmt regelmäßig an Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Moschee teil, der in Deutschland traditionell am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, stattfindet.
An diesem Tag sind ihre Räumlichkeiten den ganzen Tag über noch voller als freitags während des Freitagsgebets.
Komentari (0)
Prijavite se za komentiranje
PrijavaJos nema komentara. Budite prvi!
Minuta
Sve →Iz drugih kategorija

Hoher Repräsentant nicht gewählt: Deutsche, Franzosen und Briten gegen Amerikaner, neuer Versuch Ende Juni

ČOVIĆ OHNE GNADE Wie diejenigen, die Ademović ins Amt brachten, ihm eine politische Hölle bereiteten




Sonniger Samstag, es wird recht warm




Tragödie im albanischen Ferienort: Zwei Minderjährige ertrunken













