Mogherini: 70 Jahre nach dem Holocaust gibt es immer noch Antisemitismus

Patria
AutorPatria
13:29
Podijeli:
Mogherini: 70 Jahre nach dem Holocaust gibt es immer noch Antisemitismus

Federica Mogherini, Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, erklärte anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Lagers Auschwitz und des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, dass sie sich vielen Menschen auf der ganzen Welt anschließe, um des schlimmsten Verbrechens in der Geschichte der Menschheit zu gedenken, eines Verbrechens, bei dem in den nationalsozialistischen Todeslagern sechs Millionen Juden sowie Millionen anderer unschuldiger Opfer wie Roma, politische Gefangene, Kriegsgefangene, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle getötet wurden, berichtet die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria.

- In diesem Jahr ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust von besonderer Bedeutung, da er mit dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zusammenfällt.
Wir dürfen niemals die im Holocaust Umgekommenen vergessen, so wie wir auch den täglichen Kampf der Überlebenden nicht vergessen dürfen, die nicht nur schmerzhafte Erfahrungen, sondern auch Erinnerungen in sich tragen, die eine Lehre für künftige Generationen darstellen.
Für uns in Europa findet die heutige Gedenkfeier in einem Kontext der Ernüchterung statt. Der jüngste Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris, bei dem vier Menschen getötet wurden, ist eine unheilvolle Erinnerung an die Existenz gewalttätigen Antisemitismus. Siebzig Jahre nach dem Holocaust gibt es in Europa jüdische Gemeinden, die sich erneut bedroht fühlen.

Daher reicht es heute mehr denn je nicht, „Nie wieder“ zu sagen. Diese Worte müssen wir in die Tat umsetzen. Heute, mehr denn je, müssen wir die nach dem Holocaust geborenen Generationen mit den schrecklichen Geschehnissen auf europäischem Boden vertraut machen und sie dazu erziehen, sich Antisemitismus und allen Formen von Diskriminierung entgegenzustellen.

Nach den Worten von Primo Levi, dem bekannten italienischen Schriftsteller, der Auschwitz überlebte: „Es ist weder einfach noch angenehm, in diesem Abgrund der Grausamkeit zu graben, und dennoch glaube ich, dass es keinen anderen Weg gibt, denn das, was gestern getan werden konnte, kann morgen erneut versucht werden und könnte uns und unsere Kinder überwältigen.“

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