MODELL „DOĐEM TI“: Amidžić plant Auszahlung ohne Einnahmen – Fiskalisches Chaos wegen des Falls Viaduct

Patria
AutorPatria
21:33
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MODELL „DOĐEM TI“: Amidžić plant Auszahlung ohne Einnahmen – Fiskalisches Chaos wegen des Falls Viaduct

Schreibt: A.Čorbo-Zećo

Bosnien und Herzegowina hat noch immer keinen Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Die Präsidentschaft von BiH hat den Haushaltsentwurf an den Ministerrat mit klaren Änderungsempfehlungen zurückgegeben, aber der Finanz- und Schatzminister von BiH, Srđan Amidžić (SNSD), weigert sich zusammen mit anderen Ministern, diese zu berücksichtigen.

Im Zentrum des Problems steht der Fall Viaduct – ein Schiedsverfahren, das BiH vor einem internationalen Gericht führt und den Staat täglich zusätzliche 9.000 KM an Zinsen kostet. Die Schulden, die Ende März etwa 110 Millionen KM betrugen, sind bereits um Hunderttausende Mark angewachsen.

Zur Erinnerung: Bereits 2017 unterzeichneten der Ministerrat von BiH und die Regierung der Republika Srpska ein Abkommen, mit dem sich die Regierung der RS bedingungslos verpflichtete, alle finanziellen Folgen im Zusammenhang mit diesem Projekt zu tragen. Heute jedoch weigert sich die RS, die Verantwortung für die Schulden zu übernehmen, die sie selbst verursacht hat, und der Ministerrat hat die Frage ihrer Eintreibung bisher nicht einmal erörtert.

Im Haushaltsentwurf, den Minister Amidžić vorbereitet hat, sind auf der Ausgabenseite Mittel für die Schadensersatzzahlung im Fall Viaduct eingeplant. Auf der Einnahmenseite desselben Haushalts ist jedoch keine Einnahme aus der Republika Srpska vorgesehen, die diese Ausgabe decken würde.

Ein solcher Ansatz hat schwerwiegende Folgen, vor allem ein fiskalisches Risiko für den Staat.

Sollte die Republika Srpska die Zahlung nicht leisten und der Staat die Kosten aus dem Haushalt decken, entsteht eine direkte Belastung der Staatskasse ohne jede Sicherheit, dass diese Mittel erstattet werden. Der Haushalt wird dadurch fiskalisch unausgeglichen.

Ein Haushalt darf keine Ausgaben ohne entsprechende Einnahmen enthalten, es sei denn, es wird zuvor eine Änderung des Fiskalrahmens vorgenommen, die seine formelle Erhöhung ermöglichen würde. Eine solche Änderung wurde bisher nicht vorgenommen.

Der Ministerrat von BiH hat die Frage der Schadenseintreibung von der RS bis heute nicht aufgeworfen, noch gibt es irgendwelche Anzeichen politischen Willens, diese Frage auf die Tagesordnung zu setzen. Auf diese Weise wird Raum für eine langfristige Ignorierung dieser Verpflichtung geschaffen, was die Fiskaldisziplin und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen weiter untergräbt.

In Ermangelung einer formellen Haushaltsverpflichtung der RS, den Betrag zu zahlen, besteht die reale Gefahr, dass die Schulden auf der Ebene einer informellen Verpflichtung bleiben – einer Art „Dođem ti“ („Ich komme zu dir“), ohne klare rechtliche oder politische Grundlage für die Eintreibung.

Aus all diesen Gründen ist eine dringende Überarbeitung des bestehenden Haushaltsentwurfs erforderlich. Wenn die Auszahlung von Mitteln aufgrund des Schiedsspruchs geplant ist, dann ist es notwendig, parallel dazu auch die Einnahme aus der Republika Srpska als Finanzierungsquelle zu planen. Ohne dies bleibt der Haushalt rechtlich und fiskalisch problematisch. Jede solche Änderung muss von einer Änderung des Fiskalrahmens begleitet werden und erfordert eine politische Einigung im Rahmen des Ministerrates von BiH.

Andernfalls riskiert BiH nicht nur eine zusätzliche finanzielle Belastung, sondern auch eine ernsthafte Untergrabung der institutionellen Ordnung und der Rechtsstaatlichkeit.

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