
(Patria) - Die mykologische Sektion des wissenschaftlichen Forschungscamps Blagaj 2024, das mehr als 40 teilnehmende Studenten und Experten aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro vereinte, erzielte ein herausragendes Ergebnis und entdeckte 4 Pilzarten, die erstmals in Bosnien und Herzegowina registriert wurden.
Es handelt sich um die Arten Coprotus aurora, Orbilia clavuliformis, Patellariopsis dennisii und Rutstroemia punicae.
Darüber hinaus wurde die lokal bekannte, aber bisher offiziell nicht registrierte Art Clathrus ruber gefunden.
Jede der entdeckten Arten hat ihre eigene besondere Geschichte. Coprotus aurora und Patellariopsis dennisii sind extrem seltene Pilze, die nur wenigen Mykologen weltweit bekannt sind. Ihre Entdeckung in der Region Blagaj stellt einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Pilzdatenbank dar und öffnet die Tür für weitere Forschungen und das Verständnis der Ökosysteme in der Region.
Rutstroemia punicae ist besonders interessant, da sie bisher nur aus der Typensammlung bekannt war und erst 2017 als neue Art beschrieben wurde. Diese Entdeckung bestätigt, dass die Region Blagaj eine reiche und noch unerforschte Biodiversität besitzt.
Die Art Clathrus ruber, obwohl der lokalen Bevölkerung bekannt, wurde bisher nie offiziell in Bosnien und Herzegowina dokumentiert. Diese Entdeckung trägt nicht nur zur wissenschaftlichen Gemeinschaft bei, sondern stärkt auch das Bewusstsein für den Reichtum der lokalen Pilz-, Pflanzen- und Tierwelt.
Das Team unermüdlicher Experten und Studenten der Mykologischen Sektion verdient höchste Anerkennung für ihre engagierte Arbeit und ihren Einsatz. Unter der Leitung des erfahrenen Mentors Nihad Omerović gelang es dem Team, diese äußerst seltenen und wertvollen Pilzarten zu erforschen und zu dokumentieren. Ihre Arbeit trägt nicht nur zur wissenschaftlichen Gemeinschaft bei, sondern weist auch auf die Rechtfertigung der Initiative hin, Blagaj zum geschützten Naturgebiet zu erklären.
Wir erinnern daran, dass sich im engeren Forschungsgebiet bereits 3 nationale Naturdenkmäler befinden: die Quelle der Buna, eine der größten Karstquellen Europas mit der nahegelegenen Derwisch-Tekke, bildet eine einzigartige natürliche und architektonische Einheit, die 2004 zum nationalen Denkmal Bosniens und Herzegowinas erklärt wurde. In diesem Gebiet befinden sich auch zwei weitere nationale Denkmäler Bosniens und Herzegowinas: die Altstadt von Blagaj oder Stjepan-Grad, die auf einem Karstfelsen über der Buna-Quelle liegt, und die Grüne Höhle, eine prähistorische Höhlensiedlung im Felsen oberhalb der Buna-Quelle.
Das wissenschaftliche Forschungscamp Blagaj wurde in Zusammenarbeit mit der Montenegrinischen Ökologen-Gesellschaft, dem Jugendclub UG Fojničani Maglaj, der Organisation Novi val Blagaj und der Wissenschaftlich-Forschenden Gesellschaft der Biologie- und Ökologiestudenten „Josif Pančić“ organisiert. Diese Zusammenarbeit ermöglichte einen interdisziplinären Ansatz und den Wissensaustausch zwischen Experten aus verschiedenen Bereichen.
Diese phänomenale Entdeckung stellt einen enormen Fortschritt für die Mykologie in Bosnien und Herzegowina sowie für den Erhalt des Naturerbes der Region dar. Wir danken allen Teilnehmern und Partnern für ihre Unterstützung und ihre unermüdliche Arbeit und freuen uns auf zukünftige Entdeckungen und gemeinsame Unternehmungen.
Das wissenschaftliche Forschungscamp Blagaj wird von UG Fojničani Maglaj mit Partnern durchgeführt: Jugendclub Novi val Blagaj, Montenegrinische Ökologen-Gesellschaft/Montenegrin Ecologists Podgorica, Wissenschaftlich-Forschende Gesellschaft der Biologie- und Ökologiestudenten „Josif Pančić“ „Josif Pančić“ Novi Sad und die Vereinigung der Biologiestudenten in Bosnien und Herzegowina. Sportkletterclub Blagaj wird die Studenten vor Ort unterstützen, und SNIK Atom aus Zavidovići wird an der Erforschung der Höhlenobjekte beteiligt sein.
Das wissenschaftliche Forschungscamp Blagaj ist eine der Aktivitäten des Projekts „Western Balkans Youth for Nature Protection“, das im Rahmen des Regional Programme on Local Democracy in the Western Balkans 2 (ReLOaD 2) durchgeführt wird, das von der Europäischen Union finanziert und vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) umgesetzt wird.
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