
(Patria) - Die Abgeordneten der Demokratischen Front (DF) im Parlament der Föderation Bosnien und Herzegowina (FBiH) haben den Versuch, die Justizinstitutionen unter die Kontrolle der HDZ BiH zu stellen, aufs Schärfste verurteilt.
Die Regierung der FBiH unter der Führung von Nermin Nikšić wolle nämlich über das Gesetz über Sachverständige die Strafprozesse vollständig unter die politische Kontrolle der HDZ BiH stellen, teilte der Chef des DF-Klubs im Abgeordnetenhaus des Parlaments der FBiH, Mahir Mešalić, mit.
- Gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien sind wir verpflichtet zu erklären, dass die Verabschiedung eines solchen Gesetzes bedeuten und ermöglichen würde, dass der Justizminister der FBiH von der HDZ eine „eigene" Kommission bildet, die alle Sachverständigen in der Föderation BiH ernennt und entlässt.
Genau die Gutachten dieser Sachverständigen wären jedoch in den Verfahren, die von der Sonderabteilung zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (POSKOK) der Föderalen Staatsanwaltschaft geführt würden, von entscheidender Bedeutung - betont Mešalić.
Aus dem DF-Klub heißt es, man wisse, dass Dragan Čović dies von Nikšić gefordert habe, dem Nikšić offenbar zugestimmt habe, woraufhin die Regierung der FBiH das umstrittene Gesetz über gerichtliche Sachverständige der FBiH in das parlamentarische Verfahren eingebracht habe.
- Wir appellieren an die Abgeordneten in der FBiH, auf der für den 25.09.2025 anberaumten Sitzung des Abgeordnetenhauses die brutale Einmischung der Politik und die Übertragung einer solchen politischen Macht über die Justiz an die HDZ BiH abzulehnen - unterstrich Mešalić.
Die Demokratische Front unterstütze, so fügt er hinzu, die Reaktionen des Generalstaatsanwalts der Föderation, Munib Halilović, und der Präsidentin des Obersten Gerichtshofs der FBiH, Vesna Stanković-Ćosović, die in ihrem Schreiben an das zuständige Justizministerium und Minister Vedran Škrobić (HDZ) sowie an die Führungen beider Kammern des Parlaments der FBiH, Dragan Mioković (Naša stranka) und Tomislav Martinović (HDZ), auf die verheerenden Folgen der Verabschiedung eines solchen Gesetzes hinweisen.
- Die Troika und die HDZ wollen durch die Einbringung eines solchen Gesetzes in das parlamentarische Verfahren die Kapazität von POSKOK verringern und so die Verfolgung ihrer eigenen Kader wegen Korruption verhindern, was ebenso inakzeptabel ist wie die vollständige Politisierung und Privatisierung der Justiz - schloss Mešalić.
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