Mercedes arbeitet an einem neuen Bremssystem, das Scheiben in die Vergangenheit verbannen könnte

Patria
AutorPatria
07:39
Podijeli:
Mercedes arbeitet an einem neuen Bremssystem, das Scheiben in die Vergangenheit verbannen könnte

(Patria) - Mit dem Aufkommen von Hybrid- und insbesondere Elektroautos ist die Rekuperationsleistung des Antriebsstrangs in den letzten zehn Jahren enorm gestiegen.

Immer leistungsfähigere Elektromotoren können Autos auch mit zunehmender Kraft abbremsen. Das ist prinzipiell nützlich, da Sie so elektrische Energie erzeugen können, die Sie zurück in die Batterie speisen können, schreibt Autoklub.

Eine Nebenwirkung davon ist, dass viele Elektroautos mit dem Elektromotor so stark bremsen können, dass die normalen Bremsen fast nie benötigt werden. Sie bremsen mit dem Elektromotor so stark, dass die Bremsen nur noch für eine Vollbremsung aktiviert werden.

Wenn wir zum Beispiel den elektrischen Mercedes EQS als Beispiel nehmen, kann er dank des Elektromotors mit bis zu 300 kW Bremsleistung abbremsen. Das ist die Leistung, die Sie dank der Elektromotoren beim Bremsen zurück in die Batterie speisen können.

Das reicht für die meisten Bremsvorgänge, aber die Bremsen sind immer noch viel stärker, bei diesem Auto etwa äquivalent zu einer Bremsung mit einem Elektromotor von 2200 kW. Das ist eine enorme Kraft, die benötigt wird, um ein schweres Auto so schnell wie möglich anzuhalten, und deshalb werden die Bremsen immer noch benötigt.

Mit der Rekuperation können Sie mit etwa 0,3 G abbremsen, was in 98 Prozent der Fälle ausreicht. Natürlich wird das für sportliche Fahrer etwas anders sein, ganz zu schweigen vom Fahren auf einer Rennstrecke.

Aber in der Praxis scheinen Elektrofahrzeuge mit erheblicher Rekuperationskapazität kaum mechanische Bremsen zu nutzen, aber sie sind für starke Bremsungen immer noch unerlässlich.

Zum Beispiel, wenn Sie plötzlich in einen Stau auf der Autobahn geraten oder wegen eines Fußgängers, der die Straße überquert, eine Notbremsung durchführen müssen.

Aus all diesen Gründen arbeitet Mercedes nun an einem System, bei dem die Bremsen in den Elektroantrieb integriert sind. Anstelle einer Scheibe drehen sich die Bremsbeläge mit der Achse, was eine Wasserkühlung der Scheibe ermöglicht, sodass keine Luft benötigt wird.

Die Beläge können hier auch die gesamte Scheibe bedecken, anstatt etwa einem Drittel bei herkömmlichen Bremsen. Dies schafft eine größere Bremsfläche, sodass weniger Druck benötigt wird. Dies wiederum führt zu geringerem Verschleiß, sodass die Bremsen laut Mercedes die Lebensdauer des Autos halten.

Es gibt auch einige zusätzliche Vorteile. Durch die Entfernung der Bremsen von den Rädern wird die ungefederten Massen reduziert, da keine 25 Kilogramm Bremskomponenten mehr vorhanden sind. Das ist sehr gut für die Fahreigenschaften des Autos.

Darüber hinaus kann das Rad vollständig geschlossen werden, was für die Aerodynamik hervorragend ist. Auch die Front des Autos kann aerodynamischer gestaltet werden, da der Hersteller die Bremsenkühlung nicht mehr berücksichtigen muss.

Darüber hinaus ist das System auch gut für die Umwelt. Alle Partikel, die sonst durch den Verschleiß von Bremsscheiben und Bremsbelägen freigesetzt werden, werden nun in den Innenbremsen aufgefangen. Dies schützt nicht nur die Gesundheit, sondern schützt auch die Räder vor Verschmutzung.

Obwohl es wie eine geniale Erfindung erscheint, die viele Vorteile für Elektro- und Hybridautos bringen könnte, wird es noch einige Zeit dauern, bis dieses System tatsächlich in einem Serienauto zu sehen sein wird.

Das System kann nicht auf ein bestehendes Modell angewendet werden. Das gesamte technische Design des Autos muss von Anfang an an die neue Bremsenform angepasst werden, und die Technologie ist noch nicht ausgereift.

Wenn die Technologie schließlich serienreif ist, wird es noch Jahre dauern, bis ein Auto entwickelt wird, das sie nutzen und alle ihre Vorteile ausschöpfen kann.

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