
(Patria) - Mitten in der unberührten Natur des Nationalparks Altındere, auf einer steilen Klippe des Pontischen Gebirges in der Region Trabzon, liegt eine der prächtigsten heiligen Stätten der Türkei.
Das Kloster Sümela, auf einer Höhe von etwa 1.200 Metern, hängt buchstäblich über der Schlucht, schreibt Punkufer.
Der Legende nach träumten zwei griechische Mönche – einer aus Istanbul, der andere aus Athen – gleichzeitig von einer Ikone der Gottesmutter, die ihnen sagte, ihr „ein Haus zu bauen“ auf dem Berg oberhalb von Trabzon.
Von diesem Traum geleitet, fanden sie eine Höhle mit einer wundertätigen Ikone, von der man glaubt, dass sie vom Apostel Lukas selbst gemalt wurde.
An diesem Ort blieben die beiden bis an ihr Lebensende, und im Laufe der Zeit wurde dort das Kloster Sümela errichtet.
Der Name Sümela leitet sich vom griechischen Wort für „schwarzer Berg“ ab – „melas oros“ – und über die Jahrhunderte war diese heilige Stätte ein geistiges und kulturelles Zentrum der Orthodoxie in der Region.
Das Kloster wurde im 4. Jahrhundert gegründet und erhielt seine heutige Monumentalität hauptsächlich während der byzantinischen und osmanischen Ära, insbesondere zur Zeit der Komnenen-Dynastie.
Obwohl die ältesten Teile aus der Zeit der Kaiser Anastasius und Justinian stammen, begann der bedeutendere Bau im 13. Jahrhundert.
Im 15. Jahrhundert, nachdem Trabzon unter die Herrschaft von Sultan Mehmed dem Eroberer gefallen war, blieb das Kloster dank des Edikts des Sultans zum Schutz religiöser Stätten unversehrt. Sein Sohn, Sultan Selim I., ließ es zusätzlich restaurieren und mit wertvollen Büchern und goldenen Verzierungen ausstatten.
Was Sümela einzigartig macht, ist seine beeindruckende Architektur – der gesamte Komplex ist der Klippe angepasst, in die er teilweise auch gehauen ist. Die Hauptkirche befindet sich in einer Höhle, und um sie herum sind zahlreiche Gebäude angeordnet: Kapellen, Zellen, eine Bibliothek, Küchen und ein Aquädukt.
Das Innere und die Außenwände der Kirche sind reich mit Fresken bemalt, die Szenen aus dem Leben Jesu und der Jungfrau Maria sowie aus biblischen Geschichten darstellen – von der Erschaffung Adams und Evas bis zu den Wundern Jesu und seiner Auferstehung.
Leider sind viele Fresken beschädigt, und das nicht nur durch die Zeit. Tatsächlich fehlen den Darstellungen der Heiligen meist die Augen. Das Volk glaubte, dass sie wundertätige Kräfte hätten, also kratzte man sie von den Wänden ab, kochte die Farbe und trank sie – in der Hoffnung auf ein Wunder.
Das Kloster wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgegeben, und 2015 wurde es aufgrund von Steinschlaggefahr vollständig für die Öffentlichkeit geschlossen. Eine gründliche Restaurierung dauerte fast fünf Jahre, und heute ist es wieder für Pilger und Touristen geöffnet.
Obwohl es das ganze Jahr über sehr besucht ist, ist der größte Andrang am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, wenn im Kloster eine Liturgie gefeiert wird, die orthodoxe Gläubige aus der ganzen Welt versammelt.
Zum Kloster gelangt man mit organisierten Transportmitteln vom Fuß des Berges (Preis etwa 3 Euro), und der letzte Teil des Weges führt durch einen bezaubernden und steilen Waldweg von etwa 500 Metern Länge.
Der Aufstieg ist anspruchsvoll, aber die Belohnung ist ein atemberaubender Ausblick. Auf diesem Weg befindet sich auch die kleine Kirche der Heiligen Barbara, in der sich der Überlieferung nach die Mönche während der Restaurierung des Klosters versteckten.
Trotz des Andrangs herrscht im Kloster Stille. Besucher aller Konfessionen und aller Nationalitäten teilen das gleiche Gefühl der Ehrfurcht vor diesem heiligen Ort.
Jede Ecke des Komplexes erzählt ihre eigene Geschichte – Fresken, Korridore, enge Treppen und Fenster im Fels. Die Kirche in der Höhle birgt die wertvollsten Fresken, die – selbst ohne Augen – beeindruckend sind.
Heute ist Sümela Teil der vorläufigen UNESCO-Welterbeliste und ein unverzichtbares Ziel auf der Karte des Kulturtourismus der Türkei.
Es ist Teil des Nationalparks Altındere, sodass Besucher neben der spirituellen Dimension auch die spektakuläre Natur genießen können.
Sümela kann von April bis Oktober besucht werden, der Eintrittspreis beträgt 20 Euro.
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