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Mehrere Experten, die sich um die Gruppe „Offenes Meer von Bosnien und Herzegowina“ versammelt haben, haben Botschafter Lars-Gunnar Wigemark, Leiter der Delegation der Europäischen Union in Bosnien und Herzegowina, gebeten, sich in den Fall der Pelješac-Brücke einzuschalten, die Kroatien illegal im Pelješac-Kanal zu bauen plant.
In einem Brief, der an Botschafter Wigemark gerichtet war und der der Nachrichtenagentur Patria zur Einsicht vorgelegt wurde, wird Wigemark unter anderem daran erinnert, dass Bosnien und Herzegowina durch den Bau der Pelješac-Brücke der freie Zugang zum offenen Meer versperrt würde, was gegen Artikel 7 und Artikel 10 der UN-Seerechtskonvention verstößt, der sich auch Kroatien verpflichtet hat.
Die kroatische Regierung behauptet, sie werde nicht auf den Bau der Pelješac-Brücke verzichten, die die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva auf dem Landweg mit dem Rest Kroatiens verbinden würde, ungeachtet der Warnungen, dass die Brücke Bosnien und Herzegowina den Zugang zum offenen Meer versperren und Kroatien damit gegen das Völkerrecht verstoßen würde.
Der kroatische Premierminister Andrej Plenković erklärte kürzlich, die Brücke – für die die Europäische Kommission rund 357 Millionen Euro bereitgestellt hat – sei für Kroatien eine strategische Frage, ungeachtet der Reaktionen aus Bosnien und Herzegowina.
Diese Haltung von Premierminister Plenković wurde von einigen Analysten als unnachbarlich und sehr dreist gegenüber Bosnien und Herzegowina bewertet. Kroatien gestalte sein eigenes Land auf Kosten des benachbarten Bosnien und Herzegowina.
In dem an den Leiter der EU-Delegation in Bosnien und Herzegowina gerichteten Schreiben heißt es unter anderem, dass es sich im Fall der Pelješac-Brücke um einen Angriff des benachbarten Kroatiens auf die territoriale Integrität Bosniens und Herzegowinas handele, und der Botschafter wird auch daran erinnert, dass ein Schiedsgericht vor einigen Wochen zugunsten Sloweniens im Streit mit Kroatien entschieden hat, als Slowenien ein vier Kilometer langer offener Korridor zu internationalen Gewässern durch die Piraner Bucht zugesprochen wurde, berichtet Patria.
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