
(Patria) - Vier Tage vor Beginn der Interviews mit den Kandidaten für die beiden Positionen des stellvertretenden Generalstaatsanwalts hat der Präsident des Obersten Justiz- und Staatsanwaltschaftsrates (VSTV) von BiH, Halil Lagumdžija, die Zusammensetzung der Kommission geändert, die die Interviews durchführen soll. Der Grund, wie Istraga erfahren hat, ist, die Staatsanwältinnen Enisa Adrović und Bojana Jolović aus dem Rennen um die Positionen der stellvertretenden Generalstaatsanwälte auszuschließen und Džermin Pašić und Dubravko Čampara zu den stellvertretenden Positionen zu ernennen.
Zunächst zur Klärung – nach der Ausschreibung einer Stelle im Justizwesen wird ein Unterausschuss gebildet. Handelt es sich um Positionen am Gericht von BiH und der Staatsanwaltschaft von BiH, wird ein staatlicher Unterausschuss gebildet. Das gleiche Prinzip gilt für die Justiz der Entitäten, wo ein Unterausschuss der Entität gebildet wird.
Da in diesem Fall die Stellvertreter des Generalstaatsanwalts gewählt werden, sollte der staatliche Unterausschuss die Interviews durchführen und eine Rangliste der Kandidaten erstellen, die dann dem VSTV vorgelegt wird. In diesem Unterausschuss waren bisher Halil Lagumdžija, Präsident des VSTV und Vertreter des Gerichts von BiH, Biljana Simeunović, Vertreterin der Staatsanwaltschaft von BiH, Snježana Petković, Vertreterin der Staatsanwaltschaft der Republika Srpska, Srđan Forca, Vertreter des Kreisgerichts Banja Luka, Mustafa Šabić, Vertreter des Obersten Gerichts der FBiH, Saša Sarajlić, Vertreter der Föderalen Staatsanwaltschaft und Aleksandra Obradović, Vertreterin der Justiz des Distrikts Brčko.
Da Halil Lagumdžija und sein Freund Admir Suljagić, Direktor des Sekretariats des VSTV, keine Kontrolle über bestimmte Mitglieder des VSTV haben, erlässt der Präsident des VSTV am 21. März die Entscheidung über die „Ernennung eines Unterausschusses zur Vorschlagung von Kandidaten für Richter- und Staatsanwaltsstellen auf Ebene von BiH“. Mit seiner Entscheidung schließt Lagumdžija die Vertreterin der Staatsanwaltschaft von BiH, Biljana Simeunović, aus dem Unterausschuss aus und ernennt stattdessen Željka Fabić, Vertreterin der Kreisstaatsanwaltschaft Banja Luka.
Somit gibt Lagumdžija der Justiz der Republika Srpska von insgesamt sieben Plätzen im Unterausschuss drei Positionen, der Föderation zwei und der staatlichen Justiz nur eine Position – nämlich sich selbst. Und mit dieser Verteilung war Lagumdžija nicht zufrieden, da Mustafa Šabić und Aleksandra Obradović im Unterausschuss verblieben, die laut Informationen von Istraga Admir Suljagić und dem Präsidenten des VSTV nicht blind gehorchen. Deshalb erlässt Lagumdžija nur sieben Tage, nachdem er den „Unterausschuss ernannt“ hat, eine neue Entscheidung, mit der er die Liste der Ernennungen verkürzt. Aus dem Unterausschuss schließt er Aleksandra Obradović (Distrikt Brčko) und Mustafa Šabić (Föderation BiH) aus.
Somit sind von insgesamt fünf Mitgliedern des Unterausschusses zur Wahl zweier stellvertretender Generalstaatsanwälte drei aus der Republika Srpska, einer aus der Föderation und einer aus der staatlichen Justiz.
Der Grund für diese plötzlichen Änderungen im Unterausschuss ist, dass Lagumdžija und Suljagić versuchen, Džermin Pašić (aus der bosnischen Ethnie) und Dubravko Čampara (aus der Ethnie der „Anderen“) auf den beiden Positionen der stellvertretenden Generalstaatsanwälte zu installieren. Gleichzeitig ist es das Ziel, durch den Unterausschuss alle ihre Gegenkandidaten zu eliminieren, darunter die Staatsanwältin Enisa Adrović, die im Fall Bosnalijek Anklage erhoben hat. Zur Erinnerung: Zu Beginn der Bosnalijek-Affäre wurden der Angeklagte Nedim Uzunović und Bosnalijek von einer Anwaltskanzlei vertreten, deren Gründer Maida Čampara und Mirsad Crnovršanin, die Ehefrau bzw. der ehemalige Mitarbeiter des Staatsanwalts Dubravko Čampara, sind.
Nach Informationen von Istraga werden Čampara und Pašić, nachdem sie die stellvertretenden Positionen erreicht haben, alles unternehmen, um Milanko Kajganić von der Position des Generalstaatsanwalts der Staatsanwaltschaft von BiH zu entfernen und damit einer von ihnen beiden die Leitung der Staatsanwaltschaft übernimmt.
Zur Erinnerung: Der ehemalige Chef des serbischen BIA, Aleksandar Vulin, hat den Staatsanwalt Dubravko Čampara, der sich bei der Zusammenarbeit mit der serbischen Justiz bewährt hat, mehrmals, insbesondere bei seinem Auftritt im BN-Fernsehen, gelobt.


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