
(Patria) - Die Brücke, die die Ufer der Garzón-Lagune in Uruguay verbindet, ist vielleicht die ungewöhnlichste der Welt, schreibt Punkufer.
Obwohl sie ihre Funktion einwandfrei erfüllt, staunen viele über ihre Form. Anstatt die Lagune auf dem kürzestmöglichen Weg, also in gerader Linie, zu überqueren, macht diese Brücke einen Kreis darüber.
Der Verkehr auf der Kreisbrücke ist nicht wie in einem Kreisverkehr organisiert, sondern die beiden Fahrbahnen, eine für jede Richtung, trennen sich bei der Ankunft auf der Brücke und vereinigen sich nach einem Halbkreis wieder und verlaufen dann parallel weiter.
Warum (im) Kreis?
Diese ungewöhnliche und fotogene Brücke begeistert seit einem Jahrzehnt die sozialen Netzwerke, und es gibt immer jemanden, der mit einer roten Linie, die über ein Foto gezogen wird, vorschlägt, dass die Brücke die Lagune auch gerade überqueren würde.
Die Brücke wurde von "Rafael Viñoly Architects" mit mehreren Zielen entworfen. Das erste war natürlich, den Autos eine schnelle Überquerung der Lagune zu ermöglichen.
Vor dem Bau der Brücke wurde dies mit motorisierten Fähren bewerkstelligt, die jeweils ein Fahrzeug aufnehmen konnten, sodass die Ankunft auf der anderen Seite der Lagune viel langsamer und komplizierter war.
Das zweite Ziel war, trotz der zukünftigen Brücke die biologische Vielfalt zu erhalten, und die Kreisform erwies sich auch dafür als gute Lösung. Der ringförmige Schatten der Brücke bewegt sich nämlich den ganzen Tag mit der Sonne, und wäre die Konstruktion so, dass sie in der Mitte geschlossen wäre, wäre ein Teil der Lagune unter der Brücke ständig ohne Licht.
Die Garzón-Lagune ist auch ein Gebiet von großer ornithologischer Bedeutung, Heimat zahlreicher Vogelarten, darunter der Chile-Flamingo, aber auch gefährdeter Amphibien wie des Darwin-Frosches.
Der dritte Grund für die Kreisform dieser Brücke ist die Sicherheit. Die Anfahrt von der Zufahrtsstraße in eine riesige Kurve zwingt zum Abbremsen, während eine gerade, übersichtliche Straße viele dazu "zwingt", das Gaspedal voll durchzutreten.
Und schließlich, auch wenn die Autofahrer es vielleicht nicht tun, werden die Passagiere bei langsamerer Fahrt die Aussicht auf die Lagune mehr genießen, und um sie nicht während der Fahrt einfangen zu müssen, sah das Projekt auch Sitzgelegenheiten vor, um die Aussicht zu genießen und von den Rändern dieser besonderen Brücke aus zu angeln.
Der Bau dieser attraktiven Brücke, der über 10 Millionen Euro kostete, begann im September 2014, und die Brücke wurde Ende 2015 für die Öffentlichkeit freigegeben.
Sie besteht aus mehr als 450 Tonnen Eisen und dreieinhalbtausend Kubikmetern Beton. Der Durchmesser des Rings beträgt 202 Meter, und die Brücke ist hoch genug, um ungehindert darunter hindurchfahren zu können.
Die Laguna Garzón Brücke hat nicht nur die uruguayischen Regionen Rocha und Maldonado verbunden, sondern ist auch zu einer echten Touristenattraktion geworden, sowie zu einem beliebten Erholungsort für die Anwohner, die nun buchstäblich im 360-Grad-Panorama über die Lagune spazieren, Rad fahren und genießen können.
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