KORDIĆS HEUCHLEREI Während Fanjacken gezählt werden, werden die Jahre der Ungerechtigkeit der HDZ verschwiegen!

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22:25
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KORDIĆS HEUCHLEREI Während Fanjacken gezählt werden, werden die Jahre der Ungerechtigkeit der HDZ verschwiegen!

Geschrieben von: Amina Čorbo-Zećo

Die Aussage von Mario Kordić über die „Schande“, dass der Präsident des Stadtrats von Mostar, Đani Rahimić, die Symbole von Crystal Palace F.C. trägt, in einer Stadt, in der der HŠK Zrinjski Mostar europäische Spiele austrägt, wirft eine viel breitere Frage auf als nur den Fan-Geschmack.

Vielleicht ist es für manche eine Schande. Vielleicht ist es unangemessen, dass ein Stadtbeamter öffentlich die Symbole eines gegnerischen Vereins trägt, während ein Verein aus Mostar auf der europäischen Bühne Geschichte schreibt.

Aber bevor wir den „Patriotismus“ am Schal um den Hals messen, wäre es fair, uns an die weitaus ernsteren und längerfristigen Schande zu erinnern, die nicht aus Fan-Leidenschaft, sondern aus Politik entstehen.

Denn Mostar hat tiefere Wunden als ein Schal.

Die Stadt erinnert sich, wie das Stadion des FK Velež Mostar dem Verein entzogen wurde, der jahrzehntelang ein Symbol der Stadt und all ihrer Bürger war. Sie erinnert sich auch an die selektive Pflege der Identität, bei der ein Verein und eine politische Option als „die einzig authentischen“ dargestellt werden, während andere an den Rand gedrängt werden. Wenn wir über Schande sprechen wollen, dann ist es an der Zeit, auch über institutionelle Ungerechtigkeit, zweierlei Maßstäbe und die systematische Bevorzugung „unserer“ zu sprechen.

Mostar ist seit Jahren Geisel der Politik, die von der Kroatischen Demokratischen Union Bosnien und Herzegowinas und Dragan Čović, unterstützt vom offiziellen Zagreb, angeführt wird. In den Gemeinden und Kantonen, in denen sie souverän regieren, erleben Nicht-Kroaten nicht selten Einstellungen nach Parteizugehörigkeit und Nationalität, geschlossene Machtzirkel und das Gefühl, keine gleichberechtigten Bürger zu sein. Das sind Themen, über die lauter gesprochen werden sollte als über die Farbe eines Schals.

Und wenn Interpreten wie Marko Perković Thompson, deren Lieder und Auftritte die Öffentlichkeit tief spalten und schmerzhafte Assoziationen wecken, als kulturelles und politisches Symbol gefördert werden, dann ist es heuchlerisch, Lektionen über das „freie Mostar“ und die Würde zu erteilen.

Mostar wird keine freie Stadt sein, nur weil alle den gleichen Verein anfeuern. Es wird frei sein, wenn jeder Bürger, unabhängig von seinem Namen, Glauben oder dem Verein, den er anfeuert, die gleiche Chance, den gleichen Respekt und die gleiche institutionelle Unterstützung hat.

Bevor also Einzelpersonen wegen Fan-Symbolen angeprangert werden, wäre es vielleicht nützlicher, sich mit dem politischen Erbe auseinanderzusetzen, das Mostar zu einer tief gespaltenen Stadt gemacht hat. Denn die wahre Schande liegt nicht im Schal, sondern in den seit Jahrzehnten andauernden Spaltungen.

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