
(Patria) - Die Europäische Union und Deutschland dürfen keinen Konflikt oder Situationen zulassen, die den Frieden und die Stabilität in Bosnien und Herzegowina stören. Dies müssen sie mit Taten, nicht mit Worten zeigen.
Sie dürfen nicht zulassen, nicht einmal daran denken, dass sich ereignet, was sich in den 90er Jahren ereignete und was zur Folge eine Massenmigration der Bevölkerung hatte.
Dies sind die Botschaften von der Konferenz „Souveränes, geeintes, unabhängiges Bosnien und Herzegowina“, die vor wenigen Stunden im deutschen Dortmund zu Ende ging und an der auch ein Team von Hayat teilnahm.
Die Europäische Union darf trotz all ihrer internen und globalen Probleme nicht tatenlos zusehen, wenn Frieden und Stabilität bedroht werden, wenn Separatismus, Extremismus und Aufrufe zum Sturz von Bosnien und Herzegowina durch die Führung der Republika Srpska, unterstützt von den Behörden Serbiens, laut werden.
Auf diese Weise wird direkt bei allen relevanten Institutionen der Europäischen Union, aber auch im Deutschen Bundestag, Lobbyarbeit betrieben, um den Bedrohungen des Friedens Einhalt zu gebieten und die Täter vor Gericht zu stellen.
- Die Pläne für all dies begannen viel früher, sie manifestierten sich erstmals öffentlich, als die Regime der Republika Srpska und Serbiens die Erklärung des „Gesamtserbischen Rates“ verabschiedeten, und Herr Bećirović warnte die gesamte internationale Gemeinschaft davor. Ich habe miterlebt, wie er vor der Gefahr dieser Erklärung warnte – sagte der Botschafter von Bosnien und Herzegowina in Deutschland, Damir Arnaut.
- Eine aufständische Gruppe unter der Führung von Dodik führt kriminelle Aktivitäten durch, indem sie die Bürger von Bosnien und Herzegowina terrorisiert, indem sie versucht, die staatliche Macht auf dem gesamten Territorium von Bosnien und Herzegowina zu verdrängen und die Republika Srpska zu einem Staat im Staate zu machen – sagte Senadin Lavić, Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften in Sarajevo.
Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Erklärung unterzeichnet, die an die Institutionen der Europäischen Union und den Bundestag gesendet wird und von angesehenen Mitgliedern der deutschen Gesellschaft unterzeichnet wurde – Vertretern großer Verbände, des Bosnisch-Akademischen Vereins in Deutschland sowie des Instituts für Friedensforschung und -umsetzung aus Kroatien.
- Wir müssen der EU und dem Bundestag zeigen, dass sie uns nicht allein lassen dürfen. Wir suchen Verbündete und Freunde in der EU, in der Welt, in Amerika. Wir brauchen keine Feinde. Wir müssen die Fehler korrigieren, die einige Politiker in Bosnien und Herzegowina machen – sagte Azim Čaušević, Vorsitzender des Bosnisch-Akademischen Vereins in Deutschland.
- Wenn wir die Erklärung nach Brüssel schicken, werden wir nicht nur nach Dayton 2 fragen, das notwendig ist und hätte sein sollen, sondern auch danach, dass diese schmutzige Praxis in Kneipen und anderswo wieder in die Institutionen von Bosnien und Herzegowina zurückkehrt – sagte Mato Dominković, Direktor des Europäischen Forschungsinstituts für Friedenspolitik.
Wir erinnern daran, dass Interpol die Intervention und die Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen die höchste politische Führung der Republika Srpska abgelehnt hat, da sie keine Haftbefehle gegen politische Amtsträger ausstellt.
Es ist die Aufgabe der Justiz und der Sicherheitskräfte von Bosnien und Herzegowina, die Souveränität, die territoriale Integrität, die Verfassung und das Daytoner Abkommen dieses Landes zu schützen, und die Rolle der EU ist es, durch EUFOR-Truppen und auf andere Weise den Frieden und die Stabilität unseres Landes zu gewährleisten, so die Botschaft der Konferenz.
Lesen Sie im Folgenden den Text der Erklärung, die heute unterzeichnet und an alle zuständigen Adressen der EU und den Bundestag gesendet wird.
Erklärung bosnischer Verbände in Deutschland zum Staatsstreich in Bosnien und Herzegowina:
Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, Vertreter der bosnisch-herzegowinischen Gemeinschaft in Deutschland, sind zutiefst besorgt über die zunehmende Eskalation im bosnisch-herzegowinischen Entität Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina.
Die kürzlich von der Entitätsparlament verabschiedeten Gesetze und Beschlüsse stellen den aktuellen Höhepunkt einer jahrelangen antidemokratischen und unhumanen Politik dar, die die Machthaber der Republika Srpska seit Jahren gegen alle Mitbürger, die sie nicht als Serben betrachten, und gegen den international anerkannten Staat Bosnien und Herzegowina verfolgen.
Mit offener Unterstützung der autokratischen Regime Serbiens und Russlands hat die Entitätsparlament unter der Führung des Präsidenten der Republika Srpska und Leugners des Völkermords, Milorad Dodik, unter anderem beschlossen, dass staatliche Institutionen aus den Bereichen Polizei und Justiz nicht mehr im Gebiet der Republika Srpska tätig sein dürfen, dass ihre Entscheidungen dort keine Rechtskraft haben werden und dass eine eigene Grenzpolizei und Armee gegründet werden.
Damit soll die Republika Srpska, die durch Kriegsverbrechen, ethnische Säuberungen und Völkermord während der serbischen Aggression auf Bosnien und Herzegowina in den 90er Jahren entstanden ist, endgültig als serbisches Kriegsbeute von Bosnien und Herzegowina abgetrennt und Serbien angeschlossen werden. Dies kann nicht anders als Staatsstreich bezeichnet werden.
Die Bilder von Verfolgung, Flucht, Konzentrationslagern, Hinrichtungen und passiv zusehenden UN-Blauhelmen aus den 90er Jahren sind noch nicht verblasst, und die Menschen fliehen erneut aus dem Osten von Bosnien und Herzegowina, und internationale Truppen kommen erneut.
Die Geschichte darf sich nicht wiederholen!
Der Menschheit wird eine zweite Chance gegeben, zu zeigen, ob sie etwas aus der Vergangenheit gelernt hat und ob die Leben der Menschen in Bosnien und Herzegowina wirklich wichtig sind oder nur leere Worte für feierliche Sonntagsreden sind.
Nur entschlossenes Handeln gegen die Machthaber in der Republika Srpska, ihre Anhänger und Unterstützer kann einen neuen Konflikt mit Toten, Verwundeten und Flüchtlingen verhindern.
Daher fordern wir alle friedliebenden Menschen und politischen Akteure, die sich für eine regelbasierte und werteorientierte Weltordnung einsetzen, auf, die verfassungswidrigen Gesetze und Beschlüsse der Entitätsparlament der Republika Srpska sowie die Handlungen von Dodik und seinen Anhängern zu verurteilen und den territorialen Integrität und die Souveränität von Bosnien und Herzegowina zu schützen.
Wir appellieren an die Justiz- und Polizeibeamten des Staates Bosnien und Herzegowina, sich von den Drohungen der Machthaber der Republika Srpska nicht einschüchtern zu lassen und die Haftbefehle und Gefängnisstrafen für Milorad Dodik und seine Anhänger ordnungsgemäß auszuführen. Jeder Tag ohne die Ausführung dieser Befehle schwächt Ihre Institutionen und macht Sie zu Mittätern.
Gleichzeitig rufen wir alle politischen Amtsträger in Bosnien und Herzegowina, unabhängig von ihrer religiösen oder parteipolitischen Zugehörigkeit, auf, sich gemeinsam und bedingungslos für die Einheit und territoriale Integrität von Bosnien und Herzegowina einzusetzen und die Justiz und Polizei mit allen Mitteln bei der Umsetzung der Verfassung von Bosnien und Herzegowina auch im Gebiet der Republika Srpska zu unterstützen.
Dies schließt die Entlassung und strafrechtliche Verfolgung von Staatsbediensteten ein, die gegen das Gesetz verstoßen und die Behörden der Republika Srpska unterstützen. Wir rufen auch die gesamte Bevölkerung von Bosnien und Herzegowina auf, diese Institutionen zu unterstützen und die Einhaltung und Umsetzung der Verfassung von Bosnien und Herzegowina auch im Entität Republika Srpska entschieden zu fordern.
Bosnien und Herzegowina darf jedoch nicht allein bleiben.
Die Republik Bosnien und Herzegowina hat sich bei Abschluss des Daytoner Friedensabkommens auf die internationale Gemeinschaft verlassen, um die territoriale Integrität und den mit Blut erkämpften Frieden zu sichern und zu unterstützen, trotz der Akzeptanz der Republika Srpska und trotz weiterhin vorhandener Kriegstreiber.
Zu diesem Zweck hat die internationale Gemeinschaft das Amt des Hohen Vertreters der Vereinten Nationen und den Rat zur Umsetzung des Friedens eingerichtet.
Nachdem sich diese Institutionen in den ersten Jahren entschlossen für die Integrität von Bosnien und Herzegowina eingesetzt hatten, einschließlich der Absetzung von Präsidenten von ihren Ämtern, hat sich die internationale Gemeinschaft im Laufe der Zeit immer weiter von Bosnien und Herzegowina entfernt.
Dies hat es den radikaleren Kräften ermöglicht, sowohl in der Republika Srpska als auch in ganz Bosnien und Herzegowina an die Macht zu kommen, die sich offen gegen die EU und die NATO stellen, sich für Putin und einen pro-russischen Kurs einsetzen und die Republika Srpska immer offener zur Abspaltung und zum Anschluss an Serbien ermutigen.
Wenn die EU nicht will, dass pro-russische Kräfte im Herzen Europas für einen weiteren Angriffskrieg mit Gebietsgewinnen belohnt werden und ihre Glaubwürdigkeit verliert, muss sie Bosnien und Herzegowina mit allen Mitteln unterstützen – sofort.
Die Wahrung der territorialen Integrität und die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit in Bosnien und Herzegowina, einem Kandidatenland für die NATO- und EU-Mitgliedschaft, liegt nicht nur im Interesse des Landes selbst, sondern auch im Sicherheitsinteresse der EU.
Wenn die Beobachtung der Aktivitäten der serbischen Kräfte fortgesetzt wird, drohen nicht nur neues Blutvergießen und neue Flüchtlingswellen, sondern auch die Ausweitung der russischen Einflusssphäre unmittelbar vor den Grenzen der EU.
Als Vermittler und Zeugen des Daytoner Friedensabkommens haben die EU und Deutschland nicht nur eine moralische, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung, die territoriale Integrität von Bosnien und Herzegowina zu wahren und jeden Angriff darauf zurückzuweisen.
Deutschland hat sich insbesondere immer für Frieden, Stabilität und europäische Integration eingesetzt. Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina in den 90er Jahren bot Deutschland Zehntausenden von bosnisch-herzegowinischen Flüchtlingen Zuflucht, darunter auch zahlreichen Überlebenden des Völkermords von Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen.
Viele von ihnen haben Deutschland zu ihrer zweiten Heimat gemacht, sind gut integriert und leisten einen wertvollen Beitrag zur deutschen Gesellschaft und Wirtschaft.
Als Vertreter vieler dieser Menschen fordern wir die deutsche Regierung, die Europäische Kommission und alle ihre Partner auf:
1. Die sezessionistischen Handlungen des Präsidenten der Republika Srpska, des Parlaments der Republika Srpska und seines Präsidenten sowie aller ihrer Anhänger, einschließlich derer in Serbien, zu verurteilen und zu sanktionieren;
2. Solidarität auszudrücken und die Institutionen und Bürger zu unterstützen, die sich für ein friedliches und europäisches Bosnien und Herzegowina einsetzen;
3. Die Institutionen von Bosnien und Herzegowina aktiv bei der Umsetzung der Haftbefehle gegen die Akteure des Staatsstreichs sowie der Verfassung und der Rechtsstaatlichkeit in der Republika Srpska zu unterstützen;
4. Die Zahl der EUFOR-Truppen, auch in der Republika Srpska, zur Friedenssicherung erheblich zu erhöhen und die Streitkräfte von Bosnien und Herzegowina zu stärken;
5. Die europäische Integration von Bosnien und Herzegowina durch die Umsetzung der Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte durch den Hohen Vertreter und die Abschaffung von Entitäten und Ethnokratien im Herzen Europas zu unterstützen.
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