
(Patria) - Das Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Željko Komšić, hat anlässlich des Versuchs, die Souveränität Bosnien-Herzegowinas durch Äußerungen der kroatischen EU-Abgeordneten Željana Zovko zu untergraben, ein Schreiben an die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, gerichtet.
Im Folgenden das Schreiben des Mitglieds des Staatspräsidiums von BiH
Sehr geehrte Frau Metsola,
Der jüngste Auftritt der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Frau Željana Zovko, bei dem sie sich erneut in die inneren Angelegenheiten Bosnien-Herzegowinas einmischt, indem sie vom Premierminister des Nachbarlandes Republik Kroatien, Andrej Plenković, verlangt, „das Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina auszuliefern“, ist der neueste Schlag gegen die Souveränität Bosnien-Herzegowinas und insbesondere gegen seine europäische Perspektive.
Solche Ansichten negieren direkt die Urteile des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY), insbesondere im Zusammenhang mit dem Urteil „Prlić und andere“, in dem die Existenz eines gemeinsamen kriminellen Unternehmens festgestellt wurde, das darauf abzielte, monoethnische Teile des Territoriums in Bosnien und Herzegowina unter der faktischen Kontrolle des offiziellen Zagreb, also des Nachbarlandes Republik Kroatien, zu schaffen, und dieselben Ziele heute mit politischen Mitteln zu verwirklichen versucht werden.
Mit solchen Ansichten werden auch von einzelnen Abgeordneten im Europäischen Parlament die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte geleugnet und abgelehnt, in denen das Bestehen einer ethno-territorialen Diskriminierung in Bosnien und Herzegowina festgestellt wurde. Solche Ansichten der genannten EU-Abgeordneten stehen in völligem Widerspruch zu den Werten und Normen der Europäischen Union, die im Vertrag von Lissabon festgelegt sind.
Aus den genannten Gründen erlaube ich mir zu fordern, dass das Europäische Parlament im Rahmen der entsprechenden Verfahren und ethischen Normen eine Position einnimmt, in der solche Ansichten abgelehnt und verurteilt werden, mit denen die Ziele des verurteilten gemeinsamen kriminellen Unternehmens verwirklicht werden sollen, mit dem Endziel der Übernahme und Entführung der Souveränität Bosnien-Herzegowinas durch das benachbarte Kroatien.
Da die erwähnten Äußerungen Instabilität in Bosnien und Herzegowina verursachen, bitten wir Sie höflich, dass das Europäische Parlament im Rahmen seiner Verfahren eine klare Position zu den unangemessenen und äußerst destabilisierenden Auftritten von Frau Zovko einnimmt."
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