
(Patria) - Der Vorsitzende des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Željko Komšić, hat anlässlich des 1. März, dem Unabhängigkeitstag von Bosnien und Herzegowina, eine Videobotschaft veröffentlicht.
Die vollständige Ansprache von Komšić können Sie im Folgenden lesen.
"Geehrte, liebe Bosnier und Bosnierinnen.
Dieser Tage jährt sich zum 34. Mal, dass unsere Heimat Bosnien und Herzegowina durch einen demokratischen Beschluss ihrer Bürger die Unabhängigkeit erlangte. Dieser Beschluss wurde auf dem Unabhängigkeitsreferendum gefasst.
Wir alle wissen, welche politischen und gesellschaftlichen Umstände diesem Akt vorausgingen. Wir wissen, dass es nicht leicht war, das Referendum auszuschreiben und durchzuführen. Dennoch wurde den Bürgern dank des Bestehens starker republikanischer Institutionen und des Patriotismus der Menschen, die sie führten, eine demokratische Willensbekundung ermöglicht.
Das Ergebnis dieser Willensbekundung war der Beschluss über die Unabhängigkeit. In historischer Hinsicht ist dieser Beschluss ein beispielloses Ereignis, in wertmäßiger und zivilisatorischer Hinsicht knüpft er an die 50 Jahre zuvor gefassten Beschlüsse an, als Bosnien und Herzegowina als Republik gegründet wurde.
Doch diesen Beschluss musste man nicht nur politisch, sondern auch militärisch verteidigen. Im Moment des Angriffs auf die bosnische Unabhängigkeit hatten wir keine eigene Armee, es gab lediglich das republikanische Innenministerium (MUP), das eine enorme Rolle bei der Verteidigung des Staates spielte.
Das Kräfte- und Ressourcenverhältnis lag auf Seiten des Feindes. Aus dieser zeitlichen Distanz können wir sagen, dass ein außergewöhnlicher Erfolg erzielt wurde.
Unter großer Opferbereitschaft des Volkes, und vor allem der Angehörigen der Armee der Republik Bosnien und Herzegowina und des MUP der RBiH, wurde die Heimat verteidigt. Verteidigt wurde auch der Beschluss, dass Bosnien und Herzegowina eine unabhängige Republik sein soll.
Wenn wir heute sehen, was in der Welt geschieht und Zeugen eines Karnevals der Ungerechtigkeit und Gewalt werden, können wir ruhigen Gewissens sagen, dass es sich gelohnt hat, für sein Land zu kämpfen und Opfer zu bringen.
Hätten wir damals nicht gekämpft und Opfer gebracht, wäre Bosnien und Herzegowina von der Weltkarte getilgt worden. So aber sind wir hier, in unserem Land. Es ist nicht ideal, aber es kann nicht gefährdet und annulliert werden, wie manche glauben, dass es möglich sei.
Wir wissen, wie viel Bosnien und Herzegowina all jenen bedeutet, die außerhalb von ihr leben. Wir wissen auch, wie sehr ihr ihr helft. Sie wird immer euer Zuhause und ein Fleckchen auf dem Planeten sein, in das ihr euch zurückziehen könnt.
Für alle Bosnier und Bosnierinnen stellt sie eine Oase der Freiheit dar. So war es, so ist es jetzt, und so wird es auch in Zukunft bleiben.
Bleiben wir stolz auf unsere Heimat und bewahren wir sie. Einen frohen 1. März wünsche ich uns allen, den Unabhängigkeitstag unserer einzigen Heimat Bosnien und Herzegowina.
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