
Wegen illegaler Arbeit wurde auf Vorschlag des Ministeriums für Arbeit, Sozialpolitik, Vertriebene und Flüchtlinge des Kantons Sarajevo die Regierung des Kantons Sarajevo auf ihrer letzten Sitzung den Vorsitzenden und die Mitglieder des Verwaltungsrates des Kantonalen Zentrums für Sozialarbeit, darunter auch Kenela Zuko, von ihren Ämtern entbunden.
Welche Rechtswidrigkeiten Frau Zuko, die auch aktuelle Gemeinderätin der SDA im Gemeinderat Vogošća und Vorsitzende der Assoziation Fatma ist, begangen hat, ist derzeit nicht bekannt. Viel interessanter erscheint jedoch ihr rascher politischer Aufstieg sowie die Tatsache, dass die Bürger bei den bevorstehenden Wahlen für eine Person stimmen werden, die wegen illegaler Arbeit entlassen wurde.
Der breiten Öffentlichkeit (außer im Gebiet von Vogošća) nahezu unbekannt, gelangte Zuko ausschließlich dank ihres Mentors und Förderers Asim Sarajlić in den Vordergrund und auf den zweiten Platz der SDA-Liste für das Repräsentantenhaus des Parlaments der Föderation BiH (sowie auf den zweiten Platz der Kompensationsliste), wie Patria aus SDA-nahen Quellen erfährt.
Sarajlić war, zur Erinnerung, neben Amir Zukić ein Mann des größten Vertrauens des SDA-Vorsitzenden Sulejman Tihić. Als sich jedoch die Krankheit, mit der Tihić seit Jahren kämpft, zu verschlechtern begann und die Zeit für die Erstellung der Kandidatenlisten näher rückte, wandte sich dieser Vogošćaner blitzschnell, ebenso wie Zukić, Bakir Izetbegović zu.
Für die Loyalität gegenüber Izetbegović, gegen den sie in den vergangenen Jahren heftig gekämpft hatten, wurden beide belohnt. So sicherte sich Sarajlić neben dem ersten Platz auf der SDA-Liste für das Repräsentantenhaus der Parlamentarischen Versammlung von BiH auch den zweiten Platz für Kenela Zuko auf der föderalen Liste.
Ebenso wurde Zukić, dessen Name bereits mit illegalen Handlungen in Verbindung gebracht wird, die er in seiner Aussage vor den Justizbehörden nach inoffiziellen Informationen des ehemaligen Direktors der UIO BiH, Kemal Čaušević, gemacht haben soll, für seine Loyalität gegenüber Bakir reichlich belohnt. Das Kompensationsmandat des föderalen Abgeordneten ist ihm garantiert.
Auch Sarajlić ist kein Unschuldslamm. Zahlreiche Affären werden während seiner Amtszeit als Gemeindevorsteher von Vogošća mit seinem Namen in Verbindung gebracht, die nach Erkenntnissen von Patria bereits zum Gegenstand des Interesses der Justizbehörden geworden sind. Eine davon soll nach inoffiziellen Informationen, wie auch im Fall Zukić, ebenfalls mit dem Fall Čaušević zusammenhängen.
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