
Die Österreicher wählen heute im dritten Anlauf einen neuen Präsidenten, womit auch der 11-monatige Wahlkampf endet, der zu einer Spaltung der österreichischen Gesellschaft geführt hat.
Der Wahlkampf der beiden Kandidaten, des Kandidaten der Freiheitlichen Partei (FPÖ) Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen, war polarisierend und zugleich ein Wahlkampf, in dem die regierenden Sozialdemokratische Partei (SPÖ) und die Volkspartei (ÖVP), die bisher stets den Präsidenten stellten, als Zuschauer deklassiert wurden, berichten Agenturen.
Diese Wahlen könnten in mehrfacher Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen. So könnte zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte des Landes ein unabhängiger Kandidat Präsident werden, und zugleich würde das Land mit der Wahl Hofers mit 45 Jahren den jüngsten Präsidenten erhalten.
Hofer thematisierte im Wahlkampf die Ängste der Österreicher aller sozialen Schichten, vor allem die Angst vor sozialem Abstieg, so die einhellige Einschätzung von Meinungsforschern.
Um sich scharte er Bürger, die eine Überlastung durch zu große Einwanderung fürchten, aber auch jene, die mit der aktuellen Regierung (SPÖ-ÖVP) unzufrieden sind.
In den Städten und bei Jüngeren sowie Frauen hat Van der Bellen größere Unterstützung. Er sammelte Bürger um sich, die befürchten, dass ein Sieg der Rechten die Grundwerte der Republik gefährden könnte.
Während des Wahlkampfs entstand eine Referendumsatmosphäre, da die Bürger zwischen zwei völlig gegensätzlichen politischen Strömungen entscheiden.
Hofer vertritt einen Kurs eines härteren Auftretens Österreichs gegenüber der EU, der Blockierung jeder weiteren Zentralisierung der Union und für größere nationale Befugnisse.
Van der Bellens Wahlkampf wies auf die Gefahr der Beeinträchtigung des Images Österreichs in der Welt durch die Wahl eines Rechten hin, vor allem aufgrund der Drohung, dass ein Sieg Hofers zu einem Austritt aus der EU führen könnte.
Er tritt für eine noch engere Zusammenarbeit in der EU ein, sowie gegen die Verbreitung von Hass gegen Flüchtlinge und Einwanderer.
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