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Der Vizepräsident der Föderation Bosnien und Herzegowina, Mirsad Kebo, hat beim Verfassungsgericht der Föderation Bosnien und Herzegowina einen Antrag auf Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzesentwurfs zur Bekämpfung von Korruption und Kriminalität und des Gesetzes zur Einziehung illegal erworbener Vermögenswerte eingereicht, die am 6. Mai dieses Jahres vom Abgeordnetenhaus des Parlaments der Föderation Bosnien und Herzegowina verabschiedet wurden, teilte Kebos Büro mit, berichtet die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria.
In dem Antrag wurde, wie mitgeteilt, auch die Erlassung einer einstweiligen Verfügung zur Aussetzung des Verfahrens zur Prüfung der angefochtenen Gesetze bis zur Erlassung eines endgültigen Urteils beantragt, sowie die Erlassung eines Urteils, das zu dem Schluss kommt, dass die betreffenden Gesetze nicht mit der Verfassung der Föderation Bosnien und Herzegowina vereinbar sind.
Was den Gesetzesentwurf zur Bekämpfung von Korruption und Kriminalität in der Föderation Bosnien und Herzegowina betrifft, so wird in der Begründung unter anderem darauf hingewiesen, dass die Verfassungsbestimmungen, auf die sich der Gesetzesinitiator beruft, nicht als Grundlage für dessen Verabschiedung dienen können. Es handelt sich auch um eine grobe Verletzung der Bestimmungen der Verfassung der Föderation Bosnien und Herzegowina. In der Föderation Bosnien und Herzegowina gibt es bereits gesetzlich etablierte Justizorgane und die Justizpolizei, und nur durch die Änderung dieser Gesetze konnte ihre Organisationsstruktur geändert werden.
Es wird darauf hingewiesen, dass auch die Bestimmung, auf die sich der Initiator des Gesetzesentwurfs zur Einziehung illegal erworbener Vermögenswerte beruft, verfassungswidrig ist. In der Begründung wird dies unter anderem damit erklärt, dass das angefochtene Gesetz Bestimmungen anderer Gesetze außer Kraft setzt, die die Fragen der Aufdeckung, Einziehung und Verwaltung von eingezogenem Vermögen regeln. Die Verwaltung von eingezogenem Vermögen kann einer besonderen Verwaltungsbehörde übertragen werden, indem eine besondere Behörde geschaffen wird, aber diese Verwaltungsbehörde könnte in keiner Weise auf gleicher Ebene mit oder über den Justizorganen stehen.
Die Berufung des Vizepräsidenten der Föderation Bosnien und Herzegowina, Mirsad Kebo, trägt nur dazu bei, wirksame Gesetze im Einklang mit den europäischen Standards und den Empfehlungen der Venedig-Kommission zu verabschieden, heißt es in der Mitteilung, berichtet Patria.
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