Wie Orbáns Sturz Milliarden Euro wertvolles Lithium auf Majevica stoppt

Patria
AutorPatria
13:13
Podijeli:
Wie Orbáns Sturz Milliarden Euro wertvolles Lithium auf Majevica stoppt

(Patria) - Bosnien und Herzegowina sah 2026 als entscheidendes Jahr für das Projekt in Lopare, das die Republika Srpska (RS) als strategischen Partner der europäischen Automobilindustrie positionieren sollte.

Dennoch hat die gestrige Machtübergabe in Budapest einen der drei entscheidenden Pfeiler dieses Unterfangens zum Einsturz gebracht, schreibt N1.

Die Vorkommen auf Majevica gelten als eines der bedeutendsten in Europa. Laut Untersuchungen enthält der Standort bei Lopare:

‣ 1,5 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent;

‣ 14 Millionen Tonnen Borsäure;

‣ Millionen Tonnen Kalium und Magnesium.

Die geplante Wertschöpfungskette umfasste das Schweizer Unternehmen Arcore AG als Konzessionsinhaber, die deutsche Firma Rock Tech Lithium für die Verarbeitung der Rohstoffe sowie entscheidendes ungarisches Kapital und politischen Schutz, der von Viktor Orbán garantiert wurde.

Im Gegensatz zu Orbán, dem engsten europäischen Verbündeten der RS-Behörden, verfolgt der neue Premierminister Péter Magyar eine pro-europäische Reformpolitik.

Sein Amtsantritt wirft drei Schlüsselprobleme für das Projekt auf:

Rückzug von Mitteln: Es ist fraglich, ob die neue ungarische Regierung die Finanzierung des Projekts aus staatlichen Mitteln fortsetzen wird;

Verlust des politischen Schutzes: Die ungarische Unterstützung diente als diplomatischer Schild für das Projekt gegenüber europäischen Institutionen;

Fokusverschiebung: Magyar strebt eine Distanzierung von Orbáns regionalen Allianzen an, was zur Aussetzung aller strategischen Vereinbarungen mit den RS-Behörden führen könnte.

Die RS-Behörden änderten Anfang dieses Jahres den rechtlichen Rahmen und verlagerten die Entscheidungsgewalt über geologische Untersuchungen von der lokalen auf die Entitätsebene. Dieser Schritt, der zur Beschleunigung der Ausbeutung unternommen wurde, stieß auf starken Widerstand der lokalen Gemeinschaft in Lopare.

Bürger und Umweltorganisationen warnen seit Monaten vor der Gefahr der Verschmutzung von Grundwasser und der Zerstörung der Natur und ziehen Parallelen zum Fall Rio Tinto in Serbien.

Anstatt des Jahres, in dem die kommerzielle Ausbeutung beginnen sollte, könnte 2026 zum Jahr der endgültigen Überprüfung werden.

Ohne ungarisches Geld und mit einem neuen politischen Klima in Budapest hängt das Schicksal des milliardenschweren Lithiums auf Majevica nun am seidenen Faden.

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