
Mit der Zeit gewinnt unsere Feststellung, dass die Entscheidung, Milorad Dodik nicht zu verhaften, zuerst politisch und erst dann institutionell ist, immer mehr an Gewicht.
Wir haben also darüber geschrieben, dass die politische Entscheidung zur Verhaftung von Milorad Dodik, die offensichtlich notwendig ist, nicht von der Staatsanwaltschaft und der Polizei getroffen werden kann, da diese nicht dafür zuständig sind, sich mit Politik zu befassen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Entscheidung, Milorad Dodik nicht zu verhaften, von denen getroffen, die derzeit die Regierung im Namen der dem Staat loyalen Bürger vertreten – Elmedin Konaković und Nermin Nikšić.
Die Zeit und die genannten politischen Akteure haben das Gesagte unerbittlich bestätigt.
Wir haben auf unseren Seiten auch vor dem Versuch gewarnt, ein betrügerisches Narrativ aufzubauen, wonach Dragan Čović Milorad Dodik fallen lässt, und darauf hingewiesen, dass genau bestimmte politische Kreise aus Sarajevo daran arbeiten.
Wir haben betont, dass das Beunruhigende die Tatsache ist, dass ein guter Teil der sogenannten „Sarajevoer“ Öffentlichkeit, insbesondere jener Teil der Öffentlichkeit, der der Troika zugeneigt ist, einen falschen Eindruck verbreitet, dass die HDZ und Dragan Čović Dodik und seinen Separatismus verlassen.
Eigentlich handelt es sich um nichts anderes als um ein weiteres gewöhnliches Manöver von Dragan Čović, um seine politischen Forderungen zu erfüllen. Vor allem jene, die das Präsidium von Bosnien und Herzegowina betreffen.
Wir haben auch darauf hingewiesen, dass zu erwarten ist, dass Čović Dodiks Verletzlichkeit und die Umstände, wenn über seine Verhaftung gesprochen wird, ausnutzen wird, um die bosniakischen Partner aus der Troika zu erpressen, indem er das Präsidium von Bosnien und Herzegowina in die Hände der HDZ übergibt.
Die aktuelle Bereitschaft der Troika, das Präsidium von Bosnien und Herzegowina und die staatliche Souveränität auszuliefern, scheint nicht fraglich zu sein.
Es ist nicht mehr fraglich, ob die Bosniaken in die Falle von Čovićs angeblichem Eintritt in den Kampf gegen Milorad Dodik tappen, bei dem er nichts verlieren, aber alles gewinnen kann, da er diesen, wie wir bereits sagten, mit dem Erhalt des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina bezahlen lassen wird.
Es ist auch nicht fraglich, dass aus der Verhaftung von Milorad Dodik nichts wird und dass Dodik so viel Raum auf dem politischen Feld eingenommen hat, wie er eingenommen hat, und zwar so viel, wie nötig ist, um den Ausländern neue Tatsachen vor Ort zu präsentieren und sowohl Freiheit als auch noch mehr im politischen Sinne für die RS zu erhalten.
Allerdings ist nichts davon so beunruhigend wie die Tatsache, dass die Bosniaken kopflos auf den Tag zusteuern, an dem sie eine entscheidende Entscheidung treffen müssen, sowohl für die Bosniaken als auch für Bosnien und Herzegowina, bevor sie in die Lage versetzt werden, dass ihnen Dodik und Čović fast alles nehmen und sie auf etwa zwanzig Prozent des Territoriums reduzieren! Und das alles mit dem Willen der Bosniaken.
Kann das passieren? Wenn man nach den Aussagen bosniakischer Amtsträger urteilt, sowohl jener in der Regierung (Konaković, Nikšić) als auch jener in der Opposition (Izetbegović), wenn man nach ihrer Überzeugung urteilt, dass ihnen Dragan Čović im Kampf gegen Dodik helfen wird (wenn Dodik schon nicht verhaftet werden kann, dann kann man Čović zumindest durch die Auslieferung des Staates gnädig stimmen), wenn man nach all dem urteilt, dann hat die Reduzierung der Bosniaken auf ein Reservat durch den Willen der bosniakischen politischen Elite bereits stattgefunden.
Es bleibt jedoch dem (bosniakischen) Volk überlassen, das letzte Wort zu all dem zu sagen.
(M.T)
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