WENN DAS SYSTEM VERSAGT: Zwei junge Männer mussten ihre immobile Großmutter auf einem Stuhl tragen, weil das KCUS keine Rollstühle hatte!

Patria
AutorPatria
13:33
Podijeli:
WENN DAS SYSTEM VERSAGT: Zwei junge Männer mussten ihre immobile Großmutter auf einem Stuhl tragen, weil das KCUS keine Rollstühle hatte!

(Patria) - Die Nachrichtenagentur Patria wurde von Renato Adrović kontaktiert, der seine unangenehmen Erfahrungen im Klinischen Zentrum der Universität Sarajevo am Montagabend mit den Medien und der Öffentlichkeit teilen wollte. Er brachte seine Großmutter ins KCUS, da der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bestand. Doch anstatt rechtzeitig Hilfe zu erhalten, beschreibt Adrović, dass es nicht einmal Rollstühle gab, um die Großmutter zu transportieren, sondern sie sie auf einem Stuhl tragen mussten.
Er teilte seine Erfahrungen auch in den sozialen Medien:

"Gestern Abend, in den Abendstunden, brachte ich meine Großmutter, eine 75-jährige Frau, ins Klinische Zentrum der Universität Sarajevo, genauer gesagt zur KUM, da der Rettungsdienst sie wegen Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall dorthin geschickt hatte. Großmutter desorientiert, in schlechtem Zustand, immobil und völlig hilfsbedürftig.

Vor dem Eingang bitte ich die Angestellten um einen Rollstuhl, damit wir sie schnell und sicher hineinbringen können. Wir warten fünf Minuten, ein Arbeiter kommt und teilt kalt mit: „Wir haben keine Rollstühle.“ Stattdessen bringt er uns einen festen Stuhl und kehrt mit den Worten „setzen Sie sich und tragen Sie sie“ zu seiner Arbeit zurück.

Ich kann die Demütigung und den Zorn nicht in Worte fassen. Nicht gegenüber dem Menschen, der nur ein Überbringer eines nicht funktionierenden Systems ist, sondern gegenüber der Institution, die ein Symbol der Hoffnung, des Professionalismus und der Fürsorge für das Leben sein sollte.

Zusammen mit meinem Bruder tragen wir die kranke, gequälte Großmutter fünfzig Meter durch die Nacht, auf einem festen Stuhl ohne Räder, bis zum Eingang der KUM.

Nach fünf Stunden Wartezeit auf der KUM, irgendwo nach Mitternacht, erhalten wir die Information, dass die Großmutter auf der Neurologie stationär behandelt werden muss und wir auf den Krankenwagen warten sollen. Das Fahrzeug kommt und ich, als Zivilist, kümmere mich außerhalb des gesamten Personals um das Einladen der Großmutter ins Fahrzeug. Wir kommen vor die Neurologie, wieder kümmere ich mich als Zivilist um das Ausladen der Großmutter aus dem Fahrzeug. Das ist der Tiefpunkt. Der Tiefpunkt des Systems. Der Tiefpunkt des Gesundheitswesens. Der Tiefpunkt einer Gesellschaft, die zugelassen hat, dass Kranke keine Hilfe mehr suchen, sondern darum beten, dass sie „Institutionen“ nicht brauchen. Dies ist nicht nur eine persönliche Geschichte. Dies ist die Geschichte von Tausenden von Menschen, die täglich mit einem demütigenden System konfrontiert sind“, sagte Adrović.


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